Die Fans feiern die Nationalelf an vielen Orten in der Stadt, hier im Biergarten. © Sven Hoppe
Getränkehändler Sami Miftari mit Frau Kumrije.
Souvenir-Verkäuferin Selam R. © Götzfried (3), dpa, afp
Victoria Böntgen und Stefan Messavilla vom Sport Schuster mit einem der begehrten Trikots.
Die Fan Zone im Olympiapark war beim Spiel gegen Schottland schnell voll. Auch heute soll man frühzeitig anreisen. © LUKAS BARTH/afp
Public Viewing: Zum Auftakt am Freitag überrannten die Fans regelrecht die großen Biergärten und die Fan Zone im Olympiapark. „Der Ansturm ist ähnlich wie bei der WM 2006“, sagt Silja Steinberg, Wirtin vom Hofbräukeller. Ihr gingen da sogar die Masskrüge aus. „Wir haben extra nochmal 1000 Neue bestellt, um gegen Ungarn gewappnet zu sein.“ Wer heute einen Platz ergattern will, muss früh dran sein. Steinberg empfiehlt, spätestens um 15 Uhr dazu sein. Auch Nockherberg-Wirt Christian Schottenhamel rät, zwei, drei Stunden früher da zu sein: „Wer kurz vorher kommt, wird sicher keinen Platz mehr bekommen.“ Die Fan Zone im Olympiapark öffnet um 13 Uhr. Auch im Olympiapark könnte es sein, dass am frühen Nachmittag schon alles voll sei, so das städtische Sportreferat.
Riesendurst: Sami Miftari (53) und seine Frau Kumrije (43) stehen neben einer Wand aus Augustiner Bierkisten, mannshoch. Fast alles Leergut: „Das Augustiner ist beinahe aus“, sagt der Getränkehändler. Er hofft auf zeitnahen Nachschub – denn Fußballfans sind ganz offensichtlich ziemlich durstige Zeitgenossen. „Während der EM verkaufe ich fast 30 Prozent mehr Bier als sonst.“ Einige bestellten sogar Holzfässer für das Spiel. Auch im Orterer-Getränkemarkt an der Implerstraße ist das Augustiner fast ausverkauft.
Trikots: Kroos ist ausverkauft. Genauso wie Musiala, Müller und Füllkrug. Deshalb musste Kerstin Reinartz (52) das pinke Nationaltrikot jetzt mit Wirtz beflocken lassen. Der sei zwar nicht „erste Wahl“ gewesen, aber durchaus eine gute Investition für die Zukunft. 25 Euro kostet die Beflockung bei Sport Schuster. So wie Reinartz ging es wohl einigen. Denn: Manche Namen und Rückennummern sind schon weg.
Genauso wie bestimmte Trikotgrößen: Wer das weiße Leiberl im Geschäft in der Altstadt in M und L kaufen will, hat Pech. Diese Größen sind alle weg. „Es ist unfassbar, wie viele Leute ein Trikot wollen“, sagt Verkäuferin Victoria Böntgen (20). Und zwar egal, ob weiß oder pink. Letzteres hat nun sogar einen Rekord gebrochen: Es ist das meistverkaufte Ausweich-Deutschlandtrikot der Geschichte, teilt der DFB-Ausrüster Adidas mit.
Souvenirs: Eine Hawaii-Hula-Kette aus Plastikblumen in Schwarz-Rot-Gold verlangt eine ältere Dame am Kiosk am Marienplatz. Sie hängt sie sich direkt um den Hals: „Ein bisschen Schmuck für die EM“, sagt sie – das könne ja nicht schaden. Urlaubsstimmung beim Turnier dahoam, alle sind heiß auf Fußball! Das spürt auch die Kioskbesitzerin vor dem Rathaus: „Schals, Fahnen, Schlüsselanhänger – alles geht weg“, sagt Verkäuferin Selam R. (54).
Arbeitgeber: Die meisten größeren Firmen in München haben (noch) keine Sonderregelungen für ihre Mitarbeiter, damit diese rechtzeitig zum Spiel kommen können. Die Landeshauptstadt, BMW, Siemens oder MAN etwa setzen auf flexible Arbeitszeit, Überstundenabbau oder Urlaub. Aber vielleicht ändert sich das zumindest bei BMW demnächst: „Unser Unternehmen behält sich vor, mit Beginn der Achtelfinale eventuell von der üblichen Arbeitszeit abzuweichen“, heißt es auf Anfrage. Die Mitarbeiter der Allianz in Unterföhring und der Königinstraße können sich freuen: Dort veranstaltet der Arbeitgeber ein Public Viewing.