Einblicke in Bauten bei den Architektouren

von Redaktion

Wochenende der offenen Türen in mehr als 20 Münchner Häusern – Motto: Einfach (um)bauen

Eine Station bei den Architektouren: das frisch renovierte Oskar-von-Miller-Gymnasium. © Florian Holzherr

In anderer Leute Wohnungen zu schauen, kann manchmal ganz reizvoll sein – auch wenn man kein Voyeur ist. Ganz unverblümt lässt sich das am Samstag und Sonntag bei den sogenannten Architektouren machen. Vom City Apartment mit verschiedenen Funktionsabteilen bis zum frisch renovierten Oskar-von-Miller-Gymnasium gibt es allein in München mehr als 20 Bauten zu besichtigen. In ganz Bayern sind es sogar über 200.

Die zweitägige Veranstaltung, die im Rahmen des bundesweiten Tags der Architektur stattfindet, bietet die Gelegenheit, auch Projekte zu besichtigen, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen sind. Vor Ort kann man mit Architekten und Bauherren ins Gespräch kommen und sich auch für die eigenen vier Wände Anregungen holen. Das Motto dieses Jahr lautet „Einfach (um)bauen“. In München fallen neben Sanierungen und Aufstockungen in Moosach und Erweiterungen im Werksviertel einige Dachumbauten positiv auf.

Ein weiterer Schwerpunkt ist Nachhaltigkeit: In der Neuhausener Trivastraße lassen sich sechs Wohnungen in holzbasierter energieeffizienter Komplettsanierung bestaunen. Das Haus für Kinder in der Untermenzinger Theodor-Fischer-Straße ist bereits komplett als Passivhaus in begrünter Holzbauweise errichtet worden und bietet Platz für drei Kindergartengruppen. In Freimann öffnet das Sophie-Scholl-Haus in der Studentenstadt seine Türen. Das 1974 erbaute Wohnheim wurde generalsaniert und beherbergt 249 Studenten-Apartments.

„Graue Energie ist goldene Energie“, meint die Pressechefin der Architektenkammer Bayern, Katharina Matzig. Denn Umbauen werde aufgrund knapper Rohstoffe in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Neben der Nachhaltigkeit liegt der Fokus heuer zudem auf einer einfachen Bauweise mit weniger bürokratischen Vorschriften. „Wir wollen gerne einfacher, kostengünstiger und schneller bauen“, sagt Matzig. Ein Positivbeispiel dieses sogenannten Bau-Typs E lässt sich in Kaiburg am Inn bestaunen. Das Einfamilienhaus mit dem Namen Dalengnaach wurde mit kleinem Budget aus Holz und Beton errichtet. Unter www.byak.de findet man das ganze Programm. GABRIELE WINTER

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