Boateng: Mehr schmutzige Details

von Redaktion

Boateng und sein Verteidiger auf dem Weg zum Landgericht München I. © Sigi Jantz

Eigentlich wollte Richterin Susanne Hemmerich den Fall Jérôme Boateng gegen Sherin S. kurz halten, „der Kinder zuliebe“, wie sie zum Prozessauftakt sagte. Schließlich wird schon zum dritten mal darüber verhandelt, ob der Fußballer seine Ex-Lebensgefährtin im Karibik-Urlaub beworfen, beschimpft und geschlagen hat. Doch aus einem kurzen Prozess wird nichts: Verteidiger Leonard Walischewski beantragte gestern, Aussagen aus Familienprozessen des Paars, dem Kasia-Lenhardt-Verfahren († 25, Boatengs spätere Freundin), alten Verfahren gegen Sherin S. und Whatsapp-Chats als Beweise einbringen zu dürfen. Überraschend gab die Richterin dem Antrag statt, wobei sie vorzeichnete, was das bedeutet: „Wir brauchen mehr Verhandlungstermine. Wir arbeiten jetzt alles auf. Es muss endlich Rechtsfrieden geben.“

Vier zusätzliche Zeugen werden nun einbestellt: Darunter Boateng-Freundin Laura M., die bestätigen soll, dass Kasia Lenhardts Aussage, Boateng habe sie geschlagen, falsch war. Oder Jimmy B., der einen High-Heel-Tritt von S. in Boatengs Gesicht bezeugen soll. Auch soll aus Protokollen und Urteilen zulasten von S. vorgelesen werden. Beobachter beurteilten die erweiterte Beweisaufnahme als „Wende im Prozess“. Die alten Akten bergen aber auch Belastendes für Boateng, so einen Dialog zwischen S. und Lenhardt, in dem beide behaupten, dass Boateng gewalttätig ist. Der Prozess ist nun bis 26. Juli terminiert.
IWI

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