Am Platzl war Alfons Schuhbeck früher fast so etwas wie ein Alleinherrscher. © Jens Hartmann
Ein neuer Skandal um Alfons Schuhbeck (75) droht: Mehrere Firmen des Star-Kochs sollen schon jahrelang pleite gewesen sein, bis er 2021 dann offiziell Insolvenz angemeldet hat. Verschleppte Schuhbeck die Insolvenz, würde ihm eine neue Haftstrafe zusätzlich zur bereits verurteilten Steuerhinterziehung (drei Jahre und zwei Monate Haft) drohen. In diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft München I bereits seit Ende 2021, mittlerweile auch wegen Betrugs in Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen. Laut Oberstaatsanwältin Anne Leiding steht das Verfahren kurz vor dem Abschluss. Noch in diesem Herbst könnte Anklage erhoben werden (wir berichteten).
Vor allem das Schuhbeck-Restaurant Orlando am Münchner Platzl soll seit 2017 „zahlungsunfähig“ gewesen sein, zitiert die „SZ“ den Insolvenzverwalter Max Liebig, der vom Münchner Amtsgericht mit dem Fall Schuhbeck beauftragt wurde. Auch der Partyservice und Schuhbecks am Platzl GmbH seien betroffen. Beim Orlando und der Am Platzl GmbH soll es einen Unterdeckungsgrad von bis zu 99 Prozent gegeben haben, beim Partyservice bis zu 96 Prozent. Schuhbecks Anwälte wollen sich nicht zu den Vorwürfen äußern.
„Vereinfacht gesagt bedeutet Insolvenzverschleppung, dass der Geschäftsleiter eines Unternehmens die Insolvenzantragspflicht missachtet hat. Diese besteht bei einer Kapitalgesellschaft, wenn das Unternehmen seine fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann oder überschuldet ist“, erklärt Elske Fehl-Weileder von der Kanzlei Schultze & Braun. In solchen Fällen drohen strafrechtliche Konsequenzen.
ANDREAS THIEME