Waggon-Kletterer in Klinik

von Redaktion

Strom-Schock: Ein junger Mann (19) hat schwerste Verbrennungen erlitten, nachdem er in der Nacht auf Sonntag am Bahnhof Trudering auf einen Kesselwaggon geklettert war. Dabei kam er mit der Oberleitung in Berührung. Er bekam einen Schlag und blieb danach bewusstlos auf dem Waggon liegen. Sein Begleiter (19) alarmierte die Rettungskräfte und reanimierte seinen Freund bis zu deren Eintreffen. Sanitäter stellten Verbrennungen zweiten Grades auf 70 Prozent der Körperoberfläche des Verletzten fest. Der junge Mann kam in die Klinik. Er war gestern zwar nicht mehr in Lebensgefahr, sein Zustand blieb jedoch kritisch. Alarmierend: Es ist bereits der dritte derartige Fall innerhalb einer Woche! Erst am Donnerstagabend hatte ein 14-Jähriger einen schweren Stromschlag erlitten, der in Wolfratshausen auf einen Kesselwagen geklettert war (wir berichteten). In Nordrhein-Westfalen erlag ein 13-jähriges Mädchen, das für ein Video auf einen Güterzug gestiegen war und dabei an die Oberleitung geriet, am Donnerstag ihren schweren Verletzungen. Die Bundespolizei nimmt die Entwicklung mit Sorge zur Kenntnis. „Noch gehen wir von Einzelfällen aus, doch wir müssen im Auge behalten, ob dieses Verhalten zu einem gefährlichen Trend wird“, sagt eine Münchner Sprecherin. Die Polizei warnt vor den Gefahren im Gleisbereich. Von der 15 000 Volt führenden Oberleitung könne auch ohne direkten Kontakt ein Lichtbogen überspringen. Bahnanlagen seien für den Aufenthalt nicht geeignet.
SBE/FOTO: BUPO

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