Diese Stadt kommt uns spanisch vor

von Redaktion

Heute abend steigt das EM-Halbfinale in München: Die Fans stimmen sich ein

Aksel (13) und Guy Desbans (58) reisen durch Deutschland und drücken Frankreich die Daumen.

Spanische Fans in Vorfreude: Ein Sieg ist bei jedem Spiel eingeplant. © Christoph Reichwein/dpa

Eloy (l., 28, aus Gilching) und Alexis (31, aus Sevilla) sind optimistisch und rechnen mit einem Sieg Spaniens.

Alberto Lineares, Juan Martinez und Miguel Martinez feuern Spanien an (v.l.). Sie kommen aus Alicante und waren schon in Stuttgart beim Sieg gegen Deutschland dabei. © Regina Mittermeier (3)

Der DFB-Schreck ist zu Gast in München: Nach dem Sieg gegen die deutsche Elf am Freitag spielt die spanische Mannschaft heute um 21 Uhr in der Fröttmaninger Arena. Gegner hier im Halbfinale ist Frankreich.

Fans beider Nationen sind teils schon Tage vor dem Match angereist. Wer am Montag etwa durch die Innenstadt spaziert ist, hat öfter Wörter wie cerveza (Bier) oder muchas gracias (vielen Dank) gehört. Französische Fans schienen eher in der Minderzahl – unseren Reportern kam die Stadt spanisch vor.

Am Sonntag kamen Alberto Lineares (42), Juan Martinez (54) und Miguel Martinez (57) in München an. Davor haben die drei aus Alicante die spanische Elf am Freitag in Stuttgart angefeuert. Mit Erfolg. In dem umkämpften Spiel kickten die Spanier die Deutschen mit 2:1 raus.

Jetzt ist die Frage, ob das Können der Spanier auch für einen Sieg gegen Frankreich ausreicht. „Mein Tipp lautet 1:0 für Spanien“, sagt Miguel Martinez. Alberto Lineares glaubt an einen 2:1-Sieg der Spanier. Die drei Freunde aus Alicante sind selbstbewusst. „Weil wir die beste Mannschaft dieser Europameisterschaft haben“, erklärt Juan Martinez. Sie freuen sich über das Spiel der selección in München, es ist ihr erster Besuch. „Die Menschen sind nett“, findet Miguel Martinez. Ihr Plan für den Spieltag: Feiern im Augustiner-Keller. Dort haben sie Plätze reserviert – wie tausende weitere spanische Fans, so hört man.

Auch Eloy (28) aus Gilching und sein Kollege Alexis (31) aus Sevilla haben Karten für das Halbfinale. „Die Franzosen sind wirklich gut“, meint Alexis. „Aber wir sind besser. Der Zusammenhalt der Spieler untereinander und ihre Verbindung zu den Fans ist stark. Wir sind nicht als Favoriten gestartet – aber jetzt sind wir die Favoriten.“

Und auch wenn man sie unter den ganzen spanischen Fans erstmal kaum bemerkt: Auch Menschen aus Frankreich sind extra gekommen, um ihre Équipe Tricolore zu unterstützen. So wie Aksel (13) und sein Papa Guy Desbans (58), die am Montagmittag über den Viktualienmarkt schlendern. Sie leben in der Schweiz am Genfer See, kommen aber aus Frankreich. Aksel verfolgt den Wettbewerb aufmerksam, kennt die Stärken der Spanier. „Sie haben einige junge Spieler, das kann ein Vorteil sein. Aber auch die französische Nationalmannschaft hat junge Talente.“ Er glaubt an Frankreich – aber auch, dass die Spanier nicht leicht zu besiegen sein werden.

Aksel und sein Papa sind seit Freitag in München – eine Premiere für Aksel! Seitdem waren sie gemeinsam viel unterwegs, haben unter anderem den Englischen Garten und das Deutsche Museum besucht. Ein bisserl tun ihm vom vielen Laufen die Beine weh. „Aber die Stadt gefällt mir gut“, erzählt Aksel. Deswegen hat er schon gewonnen – egal, wie das Spiel ausgeht.

Schauen kann man das Spiel in der Fan Zone im Olypark (erreichbar mit U3/ U8 sowie per Bus oder Tram). Übertragen wird es zudem im Hofbräukeller am Wiener Platz, im Paulaner Bräuhaus, im Kino-Restaurant Mathäser oder – für Gourmets – im Bogenhauser Hof.
M. MILKOVIC, R. MITTERMEIER

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