KURZ BERICHTET

München knackt die 25-Euro-Marke

von Redaktion

Teuer, teurer, München. Den Titel als Spitzenreiter in Sachen Immobilienpreise trägt die Landeshauptstadt leider schon lange. Immer wieder kommen weitere Rekorde hinzu. Nun hat München eine neue, traurige Marke bei den Mietpreisen geknackt: Laut Immoscout24 liegt der durchschnittliche Angebotspreis pro Quadratmeter für Neubauwohnungen hier aktuell mittlerweile bei über 25 Euro.

Allgemein sei Wohnraum in Deutschland immer stärker nachgefragt, heißt es im Wohnbarometer für das zweite Quartal 2024. Der Nachfragedruck am Mietmarkt erreicht einen neuen Höchststand und verdeutlicht die angespannte Lage“, sagt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24. „Längst ist die steigende Nachfrage nicht mehr ein Phänomen der Metropolen. Auch deren Umland sowie regionale Zentren und gut angebundene Wirtschaftsstandorte ziehen immer mehr Suchende an.“ Hierfür ist nicht mehr vorrangig die Zurückhaltung auf dem Kaufmarkt verantwortlich, die Nachfrage steigt auch hier wieder an. „Es wird ganz einfach zu wenig gebaut und die Bevölkerung wächst“, so die Erklärung eines Immoscout24-Sprechers.

Das Immoscout24-Wohnbarometer für das zweite Quartal 2024 zeigt im Quartalsvergleich einen großen Sprung von plus 2,7 Prozent bei den Mietpreisen für Neubauwohnungen in Deutschland. Im Jahresvergleich liegt das Wachstum bei plus 8,7 Prozent. Insgesamt hätten die Angebotsmietpreise vor allem im Neubau im zweiten Quartal kräftig zugelegt, während der Bestand in Deutschland eine Verschnaufpause einlegt. München bildet mit Berlin eine Ausnahme. Bei uns steigen die Angebotsmieten im Neubau im Vergleich zum ersten Quartal um 0,6 Prozent, im Bestandsbau (mindestens drei Jahre alt) aber um 2,8 Prozent. „Das liegt aber vor allem an dem ohnehin schon sehr hohen Preisniveau bei den Neubaumieten in München“, erklärt ein Immoscout24-Sprecher. Die Landeshauptstadt bleibt damit weiterhin auf einem selbst unter den deutschen Metropolen einmalig hohen Niveau.

So sind die Unterschiede bei den Angebotspreisen für Neubaumieten in den Metropolen riesig: Während sie laut Bericht in München im Schnitt bei 25,08 Euro pro Quadratmeter liegen, sind es in Berlin 19,52 Euro, in Frankfurt 17,90 Euro, in Hamburg 17,15 Euro, in Köln 16,75 Euro – und in Leipzig nur 12,17 Euro. Das ist weniger als die Hälfte im Vergleich zur Isarmetropole. Während die Nettokaltmiete für eine 70 Quadratmeter-Referenzwohnung (Neubau) in Leipzig 852 Euro kostet, legt man in München 1756 Euro hin.

Aber auch die Bestandsmieten steigen und steigen: in den acht größten Städten im zweiten Quartal 2024 um durchschnittlich 1,8 Prozent. Im Jahresvergleich sind besonders in München (plus 9,6 Prozent) die Angebotspreise gestiegen. Auch hier ist der Städtevergleich für die Münchner Mieter deprimierend: Im Bestand liegt der Quadratmeterpreis hier im Schnitt aktuell bei 21,03 Euro, in Frankfurt bei 14,52 Euro, in Köln bei 13,99 Euro, in Berlin bei 13,76 Euro, in Hamburg bei 13,72 Euro und in Leipzig bei 8,13 Euro. Selbst in der zweitteuersten Mietstadt Frankfurt liegt die Nettokaltmiete für die 70-Quadratmeter-Referenzwohnung über 400 Euro unter der von München (1016 Euro im Vergleich zu 1472 Euro).
NINA BAUTZ

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