Über eine Stunde mussten die Fahrgäste am Dienstagabend in der S 1 ausharren. © geo
Bei S- und U-Bahnen bleibt so mancher Passagier gerne mal auf der Strecke. Oft passiert das, weil „Personen im Gleisbett“ sind, wie es bei den Durchsagen der S-Bahn-Fahrer so schön heißt. Gestern Abend, mitten im Berufsverkehr, kam es auf der Strecke der S1 zum Flughafen vor Moosach zu so einem Vorfall. Deshalb kamen nicht nur etliche Menschen zu spät zum Flieger, sondern auch zum Sommerempfang auf Schloss Schleißheim (siehe Bayern). Der Grund für die Störung: Kurz vor halb sechs hatten wohl Kinder Steine auf die Gleise gelegt.
Das war vom S-Bahn-Fahrer bemerkt worden, der langsam an die Stelle heranfuhr und eine entsprechende Durchsage an die Fahrgäste machte. Der umsichtige Fahrer stieg aus und nahm die Steine vom Gleis. Während die Fahrgäste damit rechneten, nun weiterfahren zu können, wurden sie informiert, dass das nicht so einfach sei: Erst müsse die Bundespolizei die Strecke wieder freigeben. Zudem müssten Formulare ausgefüllt werden, die den Vorfall dokumentieren.
Über eine Stunde dauerte es im Anschluss noch, bis die S-Bahn wieder weiterfuhr – und das, obwohl die Steine des Anstoßes längst beseitigt waren. Bei Passagieren führen solche Situationen regelmäßig zu Unmut, laut Deutscher Bahn müsse die Strecke bei Kindern und Personen im Gleis zur Sicherheit gesperrt werden. Insgesamt haben Medienberichten zufolge die Fälle von „Personen im Gleis“ immer mehr zugenommen. Mit 3300 Fällen pro Jahr, seien es 20 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Dadurch müssten allein aus diesem Grund die Gleise 5000 Stunden im Jahr gesperrt werden. Wird jemand dabei erwischt, müsse er mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe in Höhe von 25 Euro rechnen.
Bei der Münchner U-Bahn ist in solchen Situationen die Polizei oder die U-Bahn-Wache zuständig. Bemerkt ein Fahrer Leute auf den Gleisen, leitet er sofort eine Notbremsung ein. „Der Abschnitt wird dann stromlos geschaltet, bis die Strecke wieder frei ist“, sagt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner und empfiehlt Fahrgästen bei Personen auf dem Gleis den Nothalt zu betätigen.
GW