Achtung, Baustelle! Gabelstapler transportieren große Metall-Container übers Oktoberfest-Gelände.
Riesig: Diese Tanks versorgen während der Wiesn die Festzelte mit Bier.
Stadtführerin Stephanie Zimmermann begrüßt die Gäste zur Baustellen-Führung.
Noch liegt der Löwenbräu-Löwe auf einem Baustellen-Container. © Marcus Schlaf (4)
Der gigantische Löwe auf der Thresenwiese scheint noch zu schlafen. Er liegt rücklings auf einem Metall-Container, die Sonne brennt ihm auf die Mähne. Rund um ihn werkeln fleißige Arbeiter mit nacktem Oberkörper. Ja, der Aufbau ist schweißtreibend – vom größten Volksfest der Welt. Bald werden sie auch den Löwen aus dem Schlaf reißen und ihn am Eingang des Löwenbräu-Zelts platzieren. Dort wird die berühmte Figur während der Wiesn die Gäste der Festhalle begrüßen.
„Eine große High-Speed-Baustelle“ nennt Stephanie Zimmermann das, was derzeit auf dem Gelände passiert. Die Stadtführerin (49), gelbe Warnweste, weißer Schutzhelm, führt Interessierte über die Wiesn-Baustelle. Für 25 Euro kann jeder freitags, samstags und sonntags teilnehmen und Wissenswertes über den Aufbau und das Fest selbst erfahren. Termine und Anmeldung unter: muenchen.travel/angebote/buchen/baustellenfuehrung-oktoberfest
Zimmermann begrüßt ihre Gäste unter dem Torbogen am Haupteingang, auf dem auf einer geschwungenen Tafel „Herzlich Willkommen“ prangt. Normalerweise hätte diese erst Mitte August aufgestellt werden sollen, doch die beauftragte Firma hätte dann kein keine Zeit mehr: „Überall herrscht Personalmangel“, sagt Zimmermann. Auch auf der Baustelle für das größte Volksfest der Welt. Rund 80 Prozent des Aufbaus übernimmt nur eine Firma. „Wird’s am Ende eng, helfen alle zusammen.“
Bislang schreitet der Aufbau jedoch planmäßige voran. An der Wirtsbudenstraße stehen schon die Gerüste und Gerippe der mächtigen Festhallen. Zimmermann bleibt vor einem Zelt stehen. Im Hintergrund zurren Arbeiter auf einer Hebebühne brüllend eine Zeltplane zurecht, Gabelstapler liefern Container an: „Der Aufbau ist wie ein riesiges Puzzle“, sagt Zimmermann. Ein Zelt besteht aus rund 1,6 Millionen Teilen. Rund 100 Lkw-Ladungen braucht es, um sie anzuliefern. Und 70 bis 80 Arbeiter schuften wochenlang, um ein Zelt aufzustellen.
Es geht weiter zu riesigen Stahltanks – in einen passen rund 5500 Liter Bier. Über unterirdische Pipelines werden sie später mit den Zapfhähnen in den Bierzelten verbunden – die sogenannten Bierringleitungen: „Vom Tank über die Leitung bis in den Krug dauert es rund drei bis vier Sekunden“, erklärt Zimmermann. Die ideale Temperatur für eine Mass: um die drei Grad.
Und wer viel Bier trinkt, muss oft aufs stille Örtchen: „Insgesamt gibt es auf dem gesamten Fest 1400 Toilettensitzplätze.“ Dem gegenüber stehen rund 120 000 Sitzplätze in allen Gastro-Betrieben. Männer haben einen Vorteil: Für sie kommt eine insgesamt ein Kilometer lange Reihe an Pissoirs dazu. Einige Klo-Container stehen schon. Mehr lustige Fakten gibt’s bei den Führungen.