Abschied von einer Club-Legende

von Redaktion

Freunde feiern Gastronom Marc Deininger (51†)

Marc Deininger starb durch ein Feuer. © Privat

Abschiedsgrüße per Luftballon. © Yannick Thedens

Abschied nehmen „im kleinen Kreis“, das bedeutet bei Gastronom und Messebauer Marc Deininger (51†), dass sich rund 50 Menschen bei Charles Schumann in seinem Namen versammeln. Freunde und Weggefährten feierten gestern, eine Woche nach seinem Tod, noch einmal den legendären Erfinder des Clubs Erste Liga. Noch weitere Namen sind mit ihm verbunden, etwa das Sweet Harmony oder zuletzt das Café Bikini Mitte an der Sonnenstraße. „Er war eine Seele von Mensch“, sagt Organisatorin Mandy Hentschel (52), „er ging nie im Bösen mit jemandem auseinander.“ Man könne gar nicht beziffern, wie viele Freunde er hatte.

Nach dem Trauer-Lunch zogen die Freunde in den Hofgarten und versammelten sich mit einem neuen Strom von Trauernden aus der kreativen Szene um eine Bank, die dem Verstorbenen gewidmet worden war. „Short and sweet from somewhere in the streets“ lautet sein Schildspruch. Die Söhne seines Tätowierers bliesen weiße Luftballons auf, die Gäste hängten Zettel mit der Aufschrift „Für Marc“ samt individuellen Grüßen daran. Sie flogen zuletzt vereint gen Himmel.

Dabei wurde geredet und sich an verrückte Zeiten erinnert. „Einmal hat er eine dicke Katze in Glücksfarben adoptiert, obwohl er Katzenhaarallergie hatte“, erzählt Hentschel, „und er war begeisterter Koch.“ Hentschels Schwester Melanie Bliss (48) war Deiningers Freundin, die sich bis zuletzt um ihn kümmerte – er war seit längerem krank. „Wer ihn kennengelernt und sich mit ihm geprügelt hat, war hinterher sein bester Freund“, sagt sie, „er war eine ganz treue Seele.“

Der Gastronom starb vor gut einer Woche mit nur 51 Jahren bei einem Brand in seiner Wohnung an der Hans-Sachs-Straße. Es wird vermutet, dass er im Bett rauchte und sich deshalb Feuer in der Wohnung ausbreitete.
IWI

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