FKK-Fan Antonino Lanzafame ist genervt.
Im Müll-Haufen des Künstlers: Räder, Koffer, Bierkästen. Die Stadt prüft Maßnahmen.
Künstler Wadi war schon 2021 auf der Nackt-Insel. Jetzt ist er wieder da und sorgt für Ärger. © Götzfried (3)
Im Juni 2021 campierte Wadi zwischen den Büschen – neben einem großen Haufen aus Holz, Steinen, Buddhafiguren und Fahnen. Dann verschwand er. Bis jetzt. Auf der Kiesbank stapeln sich seit einigen Wochen Fahrräder, Bierkästen, Bastkörbe, Gießkannen und Plastiktüten – und ganz oben thront ein Baustellenschild.
Für Wadi ein Kunstwerk – für andere ein Ärgernis. Ein Leser unserer Zeitung beschwert sich per E-Mail über den Müllhaufen, spricht von einem „rechtsfreien Raum“. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen – aus Angst, wie er sagt: „2021 bin ich von ihm bedroht worden, dieser Jahr auch schon verbal.“
Beim Besuch unserer Zeitung an Ort und Stelle ist der Künstler leider abwesend. Nacktbader Antonino Lanzafame (58) berichtet, dass Wadi seit rund zwei Monaten wieder stapelt. „Viele beschweren sich, aber er sieht das nicht ein.“ Er habe auch schon die Isar-Sheriffs vom Kommunalen Außendienst (KAD) gerufen, „aber die sagen, sie sind nicht zuständig“.
Die Stadt müsse aber handeln, sagt der Großmarkthallen-Arbeiter: „Er hortet Müll, da drüben zum Beispiel unter den Bäumen. Deswegen sind hier jetzt Ratten – die sind riesig.“
Die Nacktbader könnten gegen das alles wenig tun, sagt Lanzafame: „Der Mann läuft manchmal mit einer Axt über der Schulter herum. Oder mit einer Säge. Wenn Leute ihm zu nahe kommen, wird er aggressiv und vertreibt sie.“
Anzeigen hat die Polizei noch keine, so ein Sprecher auf Anfrage. Wer sich bedroht fühle, solle sich melden. Für den Müll ist dagegen die Stadt zuständig. Ein Sprecher: „Der Fall ist uns bekannt.“ Man prüfe gerade mit Baureferat und KVR das weitere Vorgehen. Generell dulde die Stadt „wilde Camps“ nicht über längere Zeit. Jedes Jahr würden fünf bis zehn Stück allein an der Isar geräumt.