Großhadern: Oberarzt als Betrüger verurteilt

von Redaktion

Am Klinikum Großhadern vertrauten Patienten ihm ihr Leben an. Als Oberarzt leitete Ulrich G. (Name geändert) die Transfusionsmedizin. Doch mit seiner eigenen Buchhaltung nahm er es wohl nicht so genau: Wie die Staatsanwaltschaft München I ermittelt hat, zockte Ulrich G. das LMU-Klinikum ab. Konkret rechnete er gleich mehrere Reisen zu internationalen Kongressen doppelt ab. Aus dem Betrug entstanden laut Anklage mehr als 11 000 Euro Schaden.

Seit Oktober 2018 war Ulrich G. in Großhadern befristet für zwei Jahre angestellt gewesen. In diesen Zeitraum fielen Reisen zu Medizinkongressen in Montreal (Kanada), Orlando (USA) oder Leiden (Holland), die jeweils mehrere tausend Euro verschlangen – für die Teilnahme, Flug- und Hotelkosten.

Brisant: Für die Reisen hatte der Mediziner bereits einen Vertrag mit einer GmbH geschlossen, die ihn für Vorträge bezahlte. Doch die Reisekosten stellte er trotzdem dem LMU-Klinikum in Großhadern in Rechnung. Bereits am 17. Januar 2024 kassierte der Mediziner dafür einen Strafbefehl vom Amtsgericht. Weil er Einspruch einlegte, kam es zum Prozess. Dort räumte der Arzt die Vorwürfe ein. Sein Motiv: Geldsorgen. „Meine Fixkosten waren höher, als was ich erwirtschaften konnte.“ Schulden machte er auch durch seine opulente Hochzeit 2018. „Ich wusste nicht mehr, wie ich meine Kredite bedienen sollte.“ Seine Taten bezeichnet er als „schweren Fehler“. Das Geld sei zurückgezahlt. Als Auflage muss G. nun noch 10 000 Euro an soziale Zwecke zahlen Er ist heute bei einer anderen Klinik beschäftigt.
THI

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