Für Senioren: die Smartphone-Sprechstunde. © dpa
Wertvolle Tipps: IT-Referentin Laura Dornheim (li.) erklärt Heidi Lehmann den Umgang mit Tablet und Handy. © Schlaf
Heidi Lehmann tippt mit dem Finger auf ihr Smartphone. Sie sitzt im Pixel-Büro im alten Gasteig, weil sie dort Hilfe bei Fragen zu Handy und Tablet kriegt. Neben ihr: Laura Dornheim. Die Chefin des IT-Referats und Grünen-Politikerin hilft an diesem Tag selbst. Sie will die Digitalisierung in München vorantreiben – und gleichzeitig niemanden zurücklassen, sagt sie. „Wir sind keine Bank, die Filialen schließt. Es wird immer ein KVR geben, wo man hingehen kann. Aber wir wollen dazu ermutigen, dass mehr Menschen die Online-Dienste der Stadt nutzen.“
Dornheim hat Wirtschaftsinformatik studiert, fühlt sich selbst gut aufgestellt. Sie weiß aber, dass das längst nicht jedem so geht. „Ich kenne das ja selbst von meinen Eltern und Großeltern. Denen helfe ich immer gern.“ Zusätzlich gibt es für alle das Projekt Digitale Hilfe des Vereins Kulturraum München. Dort findet man Hilfe, telefonisch oder persönlich, wie zum Beispiel dienstags, 12 bis 18 Uhr, bei Pixel im alten Gasteig (Rosenheimer Straße 5).
Das freut Werner Strohmeier (79). Der Münchner nutzt Smartphone und Laptop und besucht seit drei Jahren regelmäßig das Pixel-Büro. Angst vor der digitalen Welt hat er nicht, er ist nur vorsichtig und lässt verdächtige E-Mails gern prüfen. Neulich musste er seinen Ausweis verlängern lassen und hat das online gemacht. „Das Angebot ist sehr praktisch, da spart man sich viel Wartezeit.“ Weil er ein bisserl zittrig ist, hat er immer einen speziellen Stift mit Gummi-Spitze zum Tippen auf dem Display dabei. So trifft er die kleine Tastatur besser.
Die Mitarbeiter wollen aber nicht nur Probleme lösen, sondern den Besuchern – im Schnitt 73 Jahre alt – auch was beibringen. „Darum nehmen wir gar nicht erst die Geräte in die Hand. Wir erklären jeden Schritt genau, die Kunden machen ihn selbst. So lernen sie und verstehen ihre Handys und Computer“, erklärt Aida Bakhtiari.
Weitere Anlaufstellen sind mittwochs, 14 bis 16.15 Uhr, das ASZ Westend (Tulbeckstr. 31, Tel. 089/54 03 08 20) sowie freitags, 10 bis 16 Uhr, das Z‘sam (Theresienstr. 63). Ansprechpartner des Projekts Digitale Hilfe sind erreichbar unter 089/21 52 85 94 sowie digitalehilfe-muc.de.
PETER SCHLINGENSIEF