Hier gibt‘s auch ausgefallene Sorten: die Eisdiele Monte Gelati an der Montgelasstraße.
Oliver Trutz, Inhaber der Eisdiele Monte Gelati, mit den Zutaten für sein Apfel-Sellerie-Sorbet.
Natalie liebt Pistazieneis. Die Studentin arbeitet in der Eisdiele Monte Gelati.
Qualität statt Quantität: Die Eisvitrine im Monte Gelati wird jeden Tag mit lediglich 16 von 75 möglichen Sorten bestückt. © Jens Hartmann
Vanille oder Schoko, Himbeere oder Litschi-Roter Pfeffer? Waffel oder Becher? Die meisten Menschen haben eine Lieblingseissorte, der sie treu bleiben, und bevorzugen entweder Becher oder Waffel. Dazu gibt es inzwischen sogar repräsentative Studien. Albert Gebert ist Psychologie-Professor an der Uni Münster und untersucht Zusammenhänge zwischen Eisvorliebe und Persönlichkeit (siehe Kasten). Wir haben die Ergebnisse von Oliver Trutz, Chef der Münchner Eisdiele Monte Gelati, überprüfen lassen und erfahren, dass die Münchner eine ganz besondere Vorliebe beim Eis haben.
„Die Kunden wollen Qualität und kein Eis, das aus ein paar fertigen Zutaten zusammengerührt wird“, erklärt Trutz (48). Seit drei Jahren führt er die Eisdiele Monte Gelati an der Montgelasstraße in Bogenhausen. 75 Eissorten hat er im Laufe der Zeit in sein Repertoire aufgenommen, aber jeden Tag finden sich nur 16 Sorten in der Eisvitrine. Produziert wird ganz frisch in seinem Eislabor, wie er die Küche hinter dem kleinen Café nennt.
Es ist einer der besonders heißen Tage. „Da möchten die Kunden erfrischende Sorten, egal, was sie sonst so wählen.“ Deshalb macht er heute sein Apfel-Sellerie-Eis. „Das klingt außergewöhnlicher, als es schmeckt“, so der dreifache Familienvater. Er verwendet Delba, die ersten geschmackvollen bayerischen Frühäpfel des Jahres. „Wo Gutes reinkommt, kommt auch Gutes raus“, so seine Philosophie. Die Äpfel werden samt Schale verarbeitet, dazu ein paar Stangen Sellerie, Apfelsaft für die Süße und schon wird alles mit einem großen Mixer zerkleinert. Mehr Zutaten dürfen nicht rein.
15 Minuten später holt er das Sorbet aus der Eismaschine und lässt probieren. Und er hat Recht. Es schmeckt hauptsächlich nach Apfel, nur ab und zu blitzt das Selleriearoma durch, wenn man auf ein kleines Stückchen beißt. „Ich versuche, die Kunden auch für neue Sorten zu gewinnen, was nicht immer ganz einfach ist. Ein Kind wird sich ohne eine schöne Geschichte kaum für Sellerie begeistern lassen, aber wenn die Zwerge es dann probieren, finden sie es oft lecker.“
Wie in fast jeder Eisdiele ist auch im Monte Gelati Vanille das meistverkaufte Eis. „Das liegt aber daran, dass Vanille im Spaghetti-Eis oder Eiscafé verwendet wird.“ Ansonsten haben seine Kunden ganz unterschiedliche Lieblingssorten. Er selbst steht auf Campari-Orange, seine drei Buben schwören auf Mango, Vanille und Litschi-Roter Pfeffer. Seine Mitarbeiterin Natalie liebt Pistazie. Schön mit kleinen Nussspuren. „Fast alles im Leben hinterlässt Spuren“, philosophiert der Eismacher, „und unsere Kunden sollen die Spuren der Zutaten schmecken, was wir da verarbeiten, reife, echte Früchte und naturbelassene Produkte. Eine Zwetschge hat eine Schale, und die wird man bei uns auch im Eis entdecken.“
Was es in seiner Vitrine nicht gibt, sind Sorten mit Fertigprodukten wie bestimmte Keks- oder Schokoriegel-Sorten. das gilt auch farbenfrohe Varianten wie Schlumpf- oder Einhorneis. „Man malt ja auch kein Schnitzel lila an, unser Eis hat seine natürliche Farbe“, sagt der 48-Jährige.
Monte Gelati: Montgelasstraße 17, täglich geöffnet von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 10 bis 20 Uhr. Eine Kugel gibt es ab 1,90 Euro, die Royal-Sorten kosten 2,40 Euro. Dazu gibt es handgemachte Waffeln (1,30 Euro) sowie Standardwaffeln (inklusive). www.montegelati-muenchen.de