Wildes Demo-Wochenende

von Redaktion

Reichsbürger und Querdenker gehen auf die Straße – Polizei bereitet sich vor

Reichsbürger mit Fahnen: Anhänger der Bewegung wollen am Samstag in München demonstrieren. © Bodo Schackow

München ist bunt, doch am kommenden Wochenende wird es schrill: Am Samstag treffen sich Reichsbürger aus ganz Deutschland zu einem großen Aufmarsch auf dem Königsplatz, am Sonntag, dem Antikriegstag, kommt das Bündnis „München steht auf“ am Marienplatz zu einem „Friedensfestival“ zusammen. Der Gruppierung gehören unter anderem Querdenker und Putin-Sympathisanten an. Und als Drittes laden am Sonntag um 14 Uhr die Gewerkschaft Verdi und das Münchner Friedensbündnis zur Demo unter dem Motto „Nie wieder Faschismus und Krieg“ auf den Königsplatz – zur gemäßigten Gegenveranstaltung sozusagen.

Die Polizei ist bereits in Alarmbereitschaft. „Wir erwarten zum Teil mehrere tausend Teilnehmer“, teilt Sprecher Ralf Kästle mit, „im Verlauf des Wochenendes sind daher mehrere hundert Polizeibeamte im Einsatz.“ Beide Demonstrationen, sowohl die der Reichsbürger als auch die von „München steht auf“, haben nach der Eröffnungskundgebung einen Marsch durch die Stadt angekündigt. Dementsprechend könne es zu Verkehrssperrungen kommen, so die Polizei. Zur Unterstützung der vor Ort befindlichen Beamten würden zudem Sperrgitter verwendet.

Zwar stehen sich am Wochenende in München keine gegensätzlichen Demonstranten direkt gegenüber. Doch am Sonntag finden die Verdi- und die „München steht auf“-Demo gleichzeitig auf dem Marienplatz und dem Königsplatz statt. „Dementsprechend bereiten wir uns intensiv auf die Versammlungen vor und planen mit entsprechendem Kräfteeinsatz“, sagt Kästle. „Einsatzziel ist immer, einen störungsfreien Ablauf zu gewährleisten. Das wird zum Beispiel damit erreicht, frühzeitig kommunikativ auf Personen einzuwirken.“

Die Reichsbürger haben Aufmärsche unter dem Motto „25+1 Bundesstaaten“ bereits in Gera, Dresden und Magdeburg abgehalten, der Münchner ist der vierte. Die Anhänger von Heinrich XIII. Prinz von Reuß beziehen sich mit dem Motto auf die Bundesstaaten des Deutschen Reichs von 1871, die sie wiederherstellen wollen. Ein Teil der Führungsriege der Bewegung steht in Frankfurt, Stuttgart und München wegen eines geplanten Regierungsumsturzes vor Gericht.
IWI

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