Rote Karte für Baustellen

von Redaktion

4190 Brennpunkte in der Stadt – und kein Ende in Sicht

Der Eindruck täuscht nicht, München hat zurzeit viele Baustellen. 4190 Stück zählt die „Servicekarte Baustellen“ des Mobilitätsreferats (https://muenchenunterwegs.de/baustellen), man sieht nur rot. Und es werden mehr, denn gestern kündigten die Stadtwerke neun neue Baustellen an. Sie befinden sich teils in Stadtteilen, die schon sehr belastet sind – dort wird es noch schlimmer mit Behinderungen auf allen Wegen.

Zum Beispiel in der Altstadt. Schon jetzt sieht man nur rot-weiße Schranken etwa am Altstadttunnel, Isartor, Sendlinger Tor oder an der Sonnenstraße. Nun wird es auch noch eng am Karl-Scharnagl-Ring: Die Fahrbahn wird vom 16. September bis 1. Dezember einspurig, weil darunter Fernkälteleitungen verlegt werden. Auch auf Schwabings Straßen, wo bereits die Rheinstraße, Kaiserstraße oder Nordendstraße Nerven kosten, wird es noch kuschliger: Ab Mitte September gibt es im Rahmen von Stromprojekten Sperrungen in der Heckscher- und Tristanstraße sowie am Isarring. Die Sendlinger ärgern bereits die Zustände etwa auf der Lindwurm- und Alramstraße, nun kommen Fernwärme- und Strombauarbeiten auf der Schäftlarn- und Ramsauerstraße hinzu. Weitere Sperren sind in Bogenhausen, Laim, in der Au/Haidhausen, Pasing und Solln geplant.

„Das Baustellen-Management der Stadt ist wirklich schlecht“, sagt dazu Manuel Pretzl, Fraktions-Chef der CSU im Stadtrat. „Kann man die Bauarbeiten nicht so koordinieren, dass sie sich nicht gegenseitig hochschaukeln? Man könnte geradezu meinen, das Mobilitätsreferat verspürt Schadenfreude, wenn der Autoverkehr behindert wird.“ Sauer ist auch Wolfgang Fischer vom Einzelhandelsverband Citypartner. „Man sieht vor lauter Baustellen keine Innenstadt mehr“, sagt er. „Und die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren ja auch nicht. Das ist ein großes Problem für die Händler. Wenn sie nicht erreichbar sind, fahren die Leute bald nach Augsburg zum Shoppen.“

„Die Anzahl der Baustellen ist in etwa auf demselben Niveau wie in den Jahren zuvor“, meldet dagegen das Mobilitätsreferat. Und: „Baustellen machen auch Dinge neu und besser. Wir arbeiten daran, die Auswirkungen gering zu halten.“ Zu sagen, wann es wenigstens in der Altstadt besser wird, sei aber schwer möglich.
I. WINKLBAUER

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