Genau 386 Tage ist Alfons Schuhbeck (75) inzwischen in Haft. Weil der frühere Star-Koch jahrelang Steuern hinterzogen hat, muss er drei Jahre und zwei Monate absitzen. Etwas mehr als ein Jahr hat er bereits hinter sich gebracht. Er ist aktuell in der Außenstelle Rothenfeld bei Andechs, die zur JVA Landsberg gehört, in Haft. Doch hinter den Kulissen brodelt es in dem Fall.
Denn gegen ihn läuft ein weiteres Ermittlungsverfahren, das kurz vor dem Abschluss steht. Die Staatsanwaltschaft prüft aktuell gravierende Vorwürfe gegen Schuhbeck: Er soll Betrug im Zusammenhang mit Corona-Hilfen begangen und dabei sechsstellige Beträge vom Staat abgegriffen haben – mit insgesamt elf Firmen. Außerdem steht der Verdacht der Insolvenzverschleppung im Raum. Nach Informationen unserer Zeitung könnte es bereits in den kommenden Wochen zu einer neuen Anklage kommen, aufgrund derer ein weiterer Strafprozess droht, der Schuhbeck noch länger hinter Gitter bringen könnte.
„Die Ermittlungen sind bereits weit fortgeschritten, mit einem Abschluss des Verfahrens ist relativ zeitnah zu rechnen“, sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding. Dazu kommt: Schuhbecks bisherige Vollzugsstrafe dauert bis Oktober 2026. Einen Antrag auf Haftverkürzung hat er bislang nicht gestellt, wie die zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg bestätigt. Üblich ist, dass Häftlinge bei guter Führung in Bayern nur zwei Drittel ihrer Haftstrafe verbüßen müssen und danach zur Bewährung freikommen. Bei Alfons Schuhbeck wäre das im September 2025, also in einem Jahr. Doch das müsste er entsprechend beantragen – was bisher nicht geschah.
Hintergrund: Nach unseren Informationen rechnet die Schuhbeck-Seite wegen der neuen Vorwürfe nicht mit vorzeitiger Entlassung. Geplant war eigentlich, dass er demnächst im Status des Freigängers unter der Woche wieder arbeiten darf. Stattdessen wartet Schuhbeck jetzt auf seine neue Anklage.
THI