Noch viel zu tun

von Redaktion

Forscher untersuchen Luftqualität – Sterblichkeit sinkt nicht zwangsläufig

Um eine Verschärfung des Fahrverbots zu verhindern: Seit Juni gilt auf einem Abschnitt der Landshuter Allee Tempo 30. © dpa

Die Luftqualität bleibt ein Reizthema. Eine weltweite Studie des Helmholtz-Zentrums hat den Zusammenhang von Luftverschmutzung und Sterblichkeit untersucht. „Die gute Nachricht ist: Die Luftqualität wird besser. Die schlechte ist: Das reicht noch nicht“, sagt Annette Peters, Direktorin des Helmholtz-Instituts für Epidemiologie in München. Was passiert also, wenn die Luft besser wird? „Die Sterblichkeit geht dadurch nicht zwangsläufig zurück.“ Das zeigt die Studie, die Daten aus 380 Städten ausgewertet hat.

Die Helmholtz-Studie konzentriert sich auf die gesetzlich reglementierten Schadstoffe wie Feinstaub und Stickstoffdioxid. Sie reizen die Atemwege, können zu Asthma oder einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Luftverschmutzung verursacht nach WHO-Angaben jährlich mehr als vier Millionen vorzeitige Todesfälle. Peters meint deshalb: „Die Verschärfung der Grenzwerte ist absolut notwendig. Die Politik muss handeln.“

Aus Deutschland gab es für die Studie keine Mortalitätsdaten – doch sei die Lage vergleichbar. Und das Thema hat Auswirkungen, auch in München. An der heftig diskutierten Landshuter Allee zum Beispiel hat die Konzentration an Schadstoffen in den vergangenen zehn Jahren zwar abgenommen, trotzdem liegt die Belastung noch zu oft über den Grenzwerten. Deshalb richtete die Stadt im Juni eine Tempo-30-Zone ein. Inwieweit das den Gesundheitszustand der Anwohner verbessert, ist unklar.
GABRIELE WINTER

Artikel 4 von 11