Einsatz am Neptun-Brunnen: Am Dienstag gab es eine Razzia der Polizei.
Gewalt, Drogen, Pöbeleien. Die Situation rund um den Hauptbahnhof spitzt sich immer mehr zu. Nach dem jüngsten Bericht unserer Zeitung über Obst- und Maroni-Händler am Stachus, die sich von Jugendbanden bedroht fühlen, wollen CSU und Freie Wähler (FW) im Stadtrat Kriminelle jetzt großräumig ins Visier nehmen. Daür sollen Kameras her – und zwar flächendeckend. Konkret fordern die Politiker die Installation von mobilen Videokameras – vom Hauptbahnhof über den Alten Botanischen Garten bis zum Stachus. Dieser gesamte Bereich solle „endlich“ wieder sicherer gemacht werden. Der Vorstoß ist als Dringlichkeitsantrag formuliert, soll bereits am 26. November im Kreisverwaltungsausschuss behandelt werden – „und nicht, wie vom Oberbürgermeister angekündigt, erst Ende Dezember“, heißt es.
Bettelbanden, Drogengeschäfte, Schlägereien, Messer-Angriffe. Die Probleme sind nicht neu, aber so drängend wie nie zuvor. Die Nachrichten von kriminellen Auswüchsen im Stadtzentrum häufen sich. Trauriger Höhepunkt: Ende September wurde ein Mann im Alten Botanischen Garten bei einem Streit im Milieu zu Tode geprügelt. „Die CSU hat jahrelang die Videoüberwachung im Alten Botanischen Garten sowie ein Alkoholverbot rund um den Hauptbahnhof gefordert. Erst nach einem massiven Anstieg der Straftaten ist die Stadtregierung dem gefolgt“, kritisiert Evelyne Menges (CSU), Vize-Fraktionsvorsitzende der CSU/FW-Fraktion. Dieses Zögern dürfe sich am Stachus nicht wiederholen. Menges: „Es geht um die Sicherheit von Münchens guter Stube.“
Um diese wiederherzustellen, ist aus Sicht der Politiker auch die Verstärkung des Kommunalen Außendiensts (KAD) – beim Kreisverwaltungsreferat angesiedelte Sicherheitskräfte – erforderlich. Auch dieser Punkt soll am 26. November diskutiert werden. Nach den jüngsten Meldungen vom Stachus will man die Probleme jedenfalls nicht weiter aufschieben.
Wie am Dienstag berichtet, fühlen sich Händler in der Fußgängerzone von Jugend-Gangs bedroht. Hinzu kämen aggressive Bettler, Exhibitionisten und Betrunkene, die das Sicherheitsgefühl von Verkäufern und Passanten stark beeinträchtigten. Die Reaktionen aus der Politik kamen prompt: Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) beobachtet die Verlagerung der Szene in Richtung Innenstadt mit „sehr großer Sorge“ und rief den Stadtrat zum Handeln auf. OB Dieter Reiter (SPD) betonte, dass das Sozialreferat bereits mit der Polizei in Kontakt sei, um Handlungsvorschläge zu erarbeiten. Auch das Kreisverwaltungsreferat sei involviert.
DANIELA POHL