Der Serien-Star mit dem Skalpell

von Redaktion

Katharina Scheuba ist Schauspielerin und Ärztin – und wohnt seit Kurzem in München

Katharina Scheuba am Set von „Sturm der Liebe“.

Als Ärztin im Einsatz: Die Münchnerin Katharina Scheuba im Operationssaal. © Privat, Sigi Jantz

„Schaffe ich das auch wirklich alles?“ Das ist die Frage, die sich Katharina Scheuba fast täglich stellt. Und die sie immer gleich beantwortet: „Ich versuche es!“ Denn in ihrer Brust schlagen zwei Herzen: für die Schauspielerei und für die Medizin. Beides kann sie, beides macht sie und zwar mit vollem Engagement und großer Leidenschaft. Die ist so ansteckend, dass sie selbst die Zuschauer vor dem Fernseher spüren. Denn selten passen Rolle und Realität so gut zusammen: In Sturm der Liebe gibt sie die attraktive Maxi Neubach, die – wie im wahren Leben – ein abgeschlossenes Medizinstudium hat.

Diese sogenannte „Traumfrauen“-Rolle, die in jeder Sturm-Staffel mit einer neuen hübschen Darstellerin besetzt wird, ist für Katharina die erste große, durchgehende Serien-Rolle. „Herausfordernd, aber es macht mir großen Spaß. Und ich weiß, es ist ein Privileg“, sagt die 30-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn Katharina Scheuba hat nie eine der großen Schauspiel-Schulen besucht, vielmehr hat sie sich in zahlreichen Workshops und privaten Unterrichtsstunden („die habe ich mir durchs Kellnern finanziert“) ausbilden lassen. Und, vielleicht die wichtigste Eigenschaft überhaupt, sie glaubt an sich. Dass sie es schaffen kann, Ärztin und Schauspielerin zu sein.

Vielleicht nur nicht unbedingt gleichzeitig. Tagsüber im Hörsaal sezieren und abends auf der Bühne stehen – das hat sie schon einmal gemacht und brachte sie an ihre Grenzen. „Ich habe gemerkt, das geht nicht.“ Als sie die Rolle „im Sturm“, wie sie sagt, angeboten bekam, arbeitete sie gerade im Krankenhaus, in ihrer Heimatstadt Wien. „Ich habe dann gekündigt und bin im Januar 2024 nach München gezogen.“ Seitdem dreht sie jeden Tag in der Bavaria Film, in der Halle 4/5, an der Seite von Sturm-Urgesteinen wie Sepp Schauer und Dirk Galuba.

Katharina Scheuba wollte sich nie zwischen ihren Berufswünschen entscheiden müssen. Mit 16 entdeckte sie das Theater auf der Highschool in Amerika. Nach der Matura (dem österreichischen Abitur) gestand sie ihren Eltern, dass sie Schauspielerin werden wollte. „Als Hobby, oder? fragten mich meine Eltern“, erzählt Scheuba offen. „Für meine Eltern war das weit weg, denn bei uns sind alle Mediziner, bereits meine Urgroßeltern waren Ärzte.“

Katharina machte beides – nahm Schauspielunterricht und bestand den Aufnahmetest für die Uni mit Bravour. Studierte und stand abends auf der Bühne, arbeitete im Krankenhaus und nahm Urlaub, wenn sie eine Rolle angeboten bekam. Als sie sich schließlich für eine feste Stelle als Ärztin und zwischen zwei Angeboten entscheiden sollte, wählte sie die Schauspielerei. „Ich wollte mir, bevor ich meinen Facharzt mache, noch einmal die Zeit geben.“

Die hat sie sehr gut genutzt und vielleicht kommt ja nach dem Sturm der Liebe dann der Facharzt. Eigentlich, so Scheuba, haben die beiden Berufe eine große Gemeinsamkeit: Empathie. „Die brauche ich für meine Patienten genauso wie für meine Rollen, um sie richtig ausfüllen zu können.“ Ihr allergrößter Wunsch: Eine kleine Privatpraxis zu führen – und vor der Kamera zu stehen. „Ich habe gelernt zu vertrauen, mal schauen, was kommt.“
MARIA ZSOLNAY

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