MÜNCHNER FREIHEIT

Endlich gleich statt gleich da

von Redaktion

Das Bild ist weg, und das ist gut so. Sie wissen schon: jenes Graffito in der Feuerwache 3, das die Rettung einer offenbar bewusstlosen Frau zeigte. Die Darstellung des von einem knappen Slip nur spärlich bedeckten Allerwertesten der Leblosen mit ausgesprochen weiblicher Anatomie konnte, ja musste man, nicht nur mit den Augen einer Gleichstellungsbeauftragten tatsächlich als sexistisch empfinden.

Doch viel schlimmer war die Botschaft, die auch durch eine eilig aufgesprayte Jeans nicht übertüncht werden konnte: Das Bild transportiert das ewig gestrige Klischee „starker Mann trägt schwache Frau“. Das Bild im Kopf der Betrachterin, wohlgemerkt. Jenes auf der Wand zeigte in tragender Rolle eine Gestalt in Feuerwehr-Schutzkleidung mit Atemschutzmaske. Ob darin nun ein Mann oder eine der – zugegeben wenigen – Frauen im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr steckte, blieb ebenso offen wie die Frage, ob die Person, die sie oder er über der Schulter trug, sich dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht oder keinem von beiden zugehörig fühlte.

Aber all das ist Löschschaum von gestern. Wichtig ist jetzt, nach vorn zu blicken und endlich echte Gleichstellung bei Münchens Floriansjüngern und Florentinesjüngerinnen zu verwirklichen. Es geht um nicht weniger als um die Grundsatzfrage: Soll die Feuerwehr gleich da sein, wenn man sie ruft, oder endlich gleich? Dazu ist folgende Änderung der Dienstvorschrift in Vorbereitung.

1.) Einstellungsstopp für Männer, bis eine Frauenquote von mindestens 33 Prozent erreicht ist. Jede Feuerwache, die in der Folgezeit wegen Personalmangels geschlossen werden muss, spart Geld, das für die Gleichstellungsarbeit verwendet werden kann.

2.) Ein Löschzug darf nur ausrücken, wenn wenigstens fünf, ab 1. 1. 2026 sechs der 18 Besatzungsmitglieder weiblich sind. Um die Bediensteten nicht zu einem Outing zu nötigen, wird an jedem Fahrzeug ein Tastenfeld mit den Tasten m, w und d installiert, mittels dessen die zum Einsatz eilenden Kräfte verdeckt, also geheim, ihre sexuelle Identität kundtun. Die „divers“-Taste zählt als Joker. Bleibt die Quote unerfüllt, springen die Autos nicht an.

3.) Im Einsatz gilt: Findet ein Feuerwehrmann im brennenden Haus eine spärlich bekleidete leblose Person vor, deren Anatomie auf das weibliche Geschlecht hinweist, hat er unverzüglich eine Kollegin zur Rettung hinzuzuziehen. Ist dies nicht möglich, hat er der zu rettenden Person eine Jeans überzuziehen. Dazu wird die Ausrüstung um drei Jeans in den Größen S, L und XXL ergänzt.

Ob’s hilft, der Gleichstellung näher zu kommen und das Klischee „starker Mann trägt schwache Frau“ im Mülleimer der Geschichte zu versenken? Schau ma mal. Und wenn wir schon beim Schauen sind, lohnt sich ein Blick über den Zaun, zu den Freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Land. Dort gibt es jede Menge starke Frauen. Da soll schon so mancher Mann schwach geworden sein.

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