Die roten Straßenabschnitte sollen jetzt auf Tempo 30 überprüft werden. © Stadt München
München steigt auf die Bremse: Die Verwaltung soll laut Umweltausschuss gleich zehn neue Tempo-30-Zonen prüfen – im Kampf gegen Lärm.
An der Schleißheimer Straße zwischen Petuelring und Theresienstraße soll geprüft werden, ob Tempo 30 ganztags eingeführt werden kann (rote Bereiche auf der Karte). Ebenso an der Lerchenauer Straße, Maßmannstraße, Aschheimer/Melusinen-/Claudius-Keller-Straße, Werinher-/Ichostraße von Balanstraße bis Giesinger Berg, Dachauer Straße vom Stiglmaierplatz bis zur Elisenstraße, Balanstraße von Schlesier- bis Chiemgaustraße, Karl-Theodor-/Rheinstraße, Potsdamer Straße und Leopoldstraße. Also fast alle richtig großen und wichtigen Routen.
Tempo 30 von 22 bis 6 Uhr soll geprüft werden an der Prinzregenten- und Einsteinstraße, in Teilen der Barer-/Nordendstraße und der Belgradstraße, ebenso an der Dachauer Straße vom Leonrod- bis zum Stiglmaierplatz, an der Landsberger und der Bayerstraße und der Berg-am-Laim-Straße.
Auf der Karte blau markiert sind Zonen an der Gabelsberger-, Theresien-, Paul-Heyse-, und Schwanseestraße. Die wurden bereits untersucht, sind noch im Rennen. Ebenfalls blau: Moosacher Straße und Frankfurter Ring. Dort ist ganztags Tempo 50 möglich. An der Brudermühlstraße wiederum könnte der Straßenraum anders gestaltet werden.
Die Geschwindigkeitsreduzierungen sind laut Stadt „eine wirksame, preiswerte und kurzfristig realisierbare Maßnahme zur Lärmminderung“. SPD-Fraktionschefin Anne Hübner: „Die Prüfung der Zonen wird vorgenommen, um Münchner, die an besonders lauten Straßen leben, bei entsprechender Notwendigkeit besser vor Lärm zu schützen, vor allem auch in der Nacht. Die Entscheidung wird dann aber erst der Mobilitätsausschuss treffen.“
Die CSU stimmte dagegen. Stadtrat Sebastian Schall: „Wir halten es nicht für verhältnismäßig, großflächig Tempo 30 anzuordnen. Vor allem, wenn es in der Stadt noch weiteren Lärm wie zum Beispiel von Trambahnen gibt.“
Tempo 30 sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen – etwa eine geplante Zone an der Dachauer Straße (wir berichteten). Ein Anwohner klagte gegen Tempo 30 an der Leopoldstraße – und bekam im August Recht.
THOMAS GAUTIER