Die verletzte Hand, nachdem sie genäht wurde. © privat
Manuela Wex ist völlig entsetzt. Sie wurde von einem Hund an der Hand gebissen, der Halter ist abgehauen. © Yannick Thedens
Bislang hatte Manuela Wex (54) nie Angst vor Hunden. Aber seit vergangener Woche geht sie ihnen aus dem Weg, blickt ängstlich um jede Ecke. Denn am Donnerstag vor einer Woche gegen 19 Uhr hat sie ein Hund nahe ihrer Wohnung in der Westendstraße (Laim) gebissen. „Er sah aus wie ein Kampfhund“, erzählt sie. Viel mehr weiß sie leider nicht – denn der Hundehalter sei gleich danach abgehauen.
Es ist dunkel, als Manuela Wex an diesem Abend nichtsahnend auf die Straße tritt, sie will Einkaufen gehen. Die Ecke ist schlecht beleuchtet. Plötzlich sieht sie, wie ein Tier auf sie zurennt, an ihr hochspringt. Instinktiv hält die Münchnerin schützend ihre Hand vor sich. Plötzlich beißt der Hund zu. „Das ging alles so schnell. Ich konnte gar nicht reagieren.“
Danach ist Manuela Wex völlig entsetzt. Die klaffende Wunde schmerzt und blutet stark. Als sich die 54-Jährige wieder gefangen hat, geht sie in die chirurgische Notaufnahme. Knapp zwei Zentimeter tief ist die Wunde, sie muss genäht werden. Manuela Wex bekommt eine Tetanus-Spritze. Nun ist die Metzgerei-Fachverkäuferin krankgeschrieben. „Mein Chef war nicht begeistert – gerade in der Vorweihnachtszeit.“
Der Vorfall lässt die 54-Jährige nicht los. Sie überlegt, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. „Wie kann ein Mensch so verantwortungslos sein?! Ich hab dem Mann noch hinterhergerufen, er solle stehenbleiben. Den hat das gar nicht interessiert!“
Bei der Polizei werden solche Delikte unter fahrlässiger Körperverletzung verbucht. Da Hunde-Angriffe aber nicht gesondert aufgelistet werden, liegen hierfür keine genauen Zahlen vor. Bei dem Mann sei noch ein zweiter Hund gewesen, erinnert sich Manuela Wex. „Sie waren beide nicht angeleint und hatten keinen Maulkorb.“
Sie ärgert sich. „Der Hundehalter soll wenigstens dazu stehen!“ Sie macht sich auch Sorgen um andere Menschen, vor allem um Senioren oder Kinder. Sie will andere warnen, in der Gegend rund um die U-Bahn-Haltestelle Westendstraße vorsichtig zu sein. „So wie der Mann aufgetreten ist, kann so etwas wieder passieren …“
NINA BAUTZ