Die Paketpost als Spaßtempel

von Redaktion

Konzerte und Sport: Michi Kern will Halle bespielen

So soll die Halle mal werden: Visualisierung der Architekten Herzog & de Meuron. © Herzog & de Meuron

Michi Kern will Sport, Spiel & Kultur in der Halle. © Marcus Schlaf

Blick auf die Paketposthalle an der Friedenheimer Brücke. © Jens Hartmann

Von der S-Bahn an der Friedenheimer Brücke aus sieht man den Bogen-Bau und denkt sich: tolle Architektur! Jammerschade, dass die Paketposthalle bald total leer steht! Doch das muss nicht sein: Denn bevor die große Sanierung der denkmalgeschützten Halle nach Plänen der Star-Architekten Herzog & de Meuron startet, könnte schon im März oder April 2025 Leben in die Bude und drumherum kommen. Denn laut Informationen unserer Zeitung will Zwischennutzungs-König Michi Kern (58) Halle und Areal unter seine Fittiche nehmen.

Michi Kern bekundet sein Interesse und auch, dass er Gespräche mit der Stadt führt. Aber unterschrieben sei noch nichts, die Genehmigungen stünden noch aus. Kern ist vorsichtig optimistisch, dass er in ein, zwei Wochen den Zuschlag für die Zwischennutzung erhält. Die würde sich wohl auf zwei bis drei Jahre belaufen, denn dann beginnen die Arbeiten für das neue Quartier.

Wie würde Kern das Areal und den Bau bespielen? Wahrscheinlich ganz ähnlich wie sein jüngst zu Ende gegangenes Projekt Sugar Mountain in Obersendling – mit Konzerten, Veranstaltungen, Ausstellungen und reichlich Bewegung im Freien und in der Halle. Für die Gastronomie wären Foodtrucks vorstellbar, eine feste Location ist ausgeschlossen wegen der kurzen Nutzungszeit. Und auch große Märkte sollen hier stattfinden, Flohmärkte und eventuell auch ein Wochenmarkt.

Kern sagt: „Das Schöne für das Viertel wäre ja gerade, dass dieses riesige Areal für alle geöffnet, für alle begehbar und auch noch verkehrssicher ist. Jeder darf mitspielen“, grinst der 58-Jährige. Besonderes Augenmerk würde er auf die Jugend legen. So könne er sich im Freien Fußball- und Basketballplätze vorstellen, Beach-Volleyball und natürlich den Trendsport Padel-Tennis. „Eventuell auch etwas für Skateboarder und Radler.“ Alles gratis, versteht sich. Nur für die Konzerte wäre Eintritt fällig. Neben Kids will Kern auch einen Schwerpunkt auf das Angebot für ältere Semester legen. „Die Generation zwischendrin muss ja arbeiten.“

Die von ihm derzeit noch bespielte Freiheitshalle in Neuhausen würde Kern dann im kommenden Jahr aufgeben, „aber die Stadt hat hier ja einen Kulturauftrag, da können keine Büros rein.“ Sprich: Auch in Zukunft würden hier in Neuhausen Konzerte und Partys stattfinden. Bloß halt ohne Kern.

Über den Zuschlag für das Premium-Areal an der Stammstrecke würde sich Kern unglaublich freuen. Er liebt die Location. „Die Halle ist einmalig, und das Freigelände bietet unendlich viele Möglichkeiten, den Münchnern eine Freude zu machen.“ Das „Haus im Haus“, wie Kern sagt, das ehemalige Briefsortierzentrum, ist eine knifflige Sache. Was da reinkommt, weiß er noch nicht. „Mit sechs Metern Höhe ist es etwas niedrig für Padel-Tennis, aber man wird sehen.“ Im Augenblick ist ohnehin noch alles schöne Zukunftsmusik.
MATTHIAS BIEBER

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