In Uganda droht ihnen der Tod

von Redaktion

Ronnaldss W. Ckheumbe floh aus Uganda. © Markus Götzfried

Im Sommer 2023 ist im ostafrikanischen Uganda ein neues Gesetz gegen Homosexuelle in Kraft getreten. Seitdem können gleichgeschlechtliche Handlungen dort sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. „Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lehnt die Asyl-Anträge von queeren Menschen trotzdem vermehrt ab“, berichtet Kai Kundrath vom Sub (Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München). „Fechten die Betroffenen die Entscheidung an, wird auch vom Verwaltungsgericht ihre Homosexualität oft nicht anerkannt.“ Deshalb drohe ihnen die Abschiebung.

„Wenn ich zurück muss nach Uganda, werde ich vermutlich umgebracht“, sagt Ronnaldss Washington Ckheumbe. Der 27-Jährige ist bereits im November 2022 nach Deutschland gekommen, weil er schon damals mehrfach in Uganda von Nachbarn mit Steinen beworfen und von Ordnungskräften attackiert, eingesperrt und sogar angeschossen wurde. Eine von ihm gegründete Fußball-Akademie musste schließen, weil ihm vorgeworfen wurde, dort Homosexualität zu propagieren. Im Moment lebt der schwer traumatisierte Mann in einer psychiatrischen Klinik in München und kämpft vor dem Verwaltungsgericht für seine Anerkennung.

Patience Musiimenta und Phionah Namara haben auch in Deutschland queerfeindliche Angriffe erlebt. Die beiden alleinerziehenden Frauen wurden mit ihren Kindern in Unterkünften untergebracht, wo sie von ihren Mitbewohnern wegen ihrer Homosexualität bedroht wurden. Beim BAMF glaubte man ihnen nicht, dass sie lesbisch sind, weil die beiden Kinder haben. „Ich bin aus Uganda geflohen, nachdem meine Partnerin verhaftet wurde“, berichtet Phionah Namara unter Tränen. Bei der Münchner Lesbenberatungsstelle LeTRa haben sie Hilfe gefunden und Kontakt zu einem neuen Anwalt bekommen.

Das Sub und LeTRa nehmen gestiegene Flüchtlingszahlen von Homosexuellen aus Uganda wahr: „Wir haben derzeit in München 619 Klientinnen, etwa 80 Prozent davon sind aus Uganda“, berichtet Julia Serdarov von der Geflüchtetenberatung bei LeTRa. Beide Stellen richten dringende Appelle an die Behörden und die Gerichte, Abschiebungen queerer Menschen nach Uganda auszusetzen und ihren Flüchtlingsstatus anzuerkennen.
GABRIELE WINTER

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