Im Münchner Norden hatte die Polizei jüngst eine regelmäßige Pokerrunde hochgenommen. So sah der Spielbereich aus, den die Beamten vorfanden. © Polizei
Eine Dusche, Schlafplätze – und acht illegale Fun-Gamer, also Glücksspielgeräte: Was Einsatzkräfte der Münchner Polizei in einem Raum einer Café-Bar in Ottobrunn (Kreis München) fanden, erinnerte eher an ein gut ausgestattetes Casino. Bei einer Razzia wurde es nun ausgehoben. Denn von Freitagabend bis in die Nacht auf Samstag durchkämmten Beamte insgesamt acht Einrichtungen wegen des Verdachts des illegalen Glücksspiels. Neben der Ottobrunner Bar durchsuchten sie auch Lokale in der Landeshauptstadt. Er geht weiter: der Kampf gegen die Spielhöllen.
Wie berichtet, gab es Mitte Oktober eine Razzia im Obergeschoss einer Firma im Münchner Norden. Elf Personen wurden festgenommen, weil sie immer freitagabends an einem roten Pokertisch um tausende Euro zockten. Illegales Glücksspiel! Das ist hierzulande verboten. Jetzt also der nächste Schlag. In München bekämpft Hans-Peter Chloupek mit seinem Team die organisierte Kriminalität – und der Chef des Kommissariats 33 hat auch illegales Glücksspiel im Blick.
Von Pokerrunden berichtete eine Sprecherin der Münchner Polizei nicht. Dafür von Anzeigen gegen vier verantwortliche Männer (26, 31, 58, 59) mit Wohnsitz in München. Keiner von ihnen sei polizeibekannt gewesen – außer der 26-Jährige. Er sei in der Vergangenheit schon einmal unter anderem wegen eines Betäubungsmitteldelikts aufgefallen. Zudem wurden Ordnungswidrigkeiten gegen das Gesundheitsschutzgesetz sowie gegen die Spielverordnung festgestellt.
Im Stadtgebiet München durchsuchten Polizisten und Vertreter weiterer Behörden Bars, darunter eine Sportbar, Cafés und eine Spielhalle. Bei dem Einsatz zwischen Freitag, 19 Uhr, und Samstag, 0.30 Uhr, seien „diverse nicht zugelassene“ Spielgeräte gefunden und beschlagnahmt worden, hieß es weiter. Auch das darin befindliche Bargeld – eine mittlere vierstellige Summe – wurde sichergestellt. Darüber hinaus haben die Ermittler „Wett-Terminals“ entdeckt. Worauf dort gewettet wurde, teilten die Beamten nicht mit. Das Kommissariat 33 ermittelt jetzt weiter.
R. MITTERMEIER