Während das Weihnachtsgeschäft in der Fußgängerzone die Kassen klingeln lässt, spielt sich hinter den Kulissen ein regelrechter Millionen-Poker um die Hinterlassenschaften von René Benkos Signa-Pleite ab. Absolutes Ass ist dabei der Oberpollinger. Für das Luxuskaufhaus, das zur KaDeWe-Group gehört, soll dem Insolvenzverwalter ein neues Kaufangebot vorliegen. Dem Vernehmen nach geht es dabei um schwindelerregende 395 Millionen Euro. Noch aber ist nicht klar, ob der Poker mit dieser Summe tatsächlich beendet wird.
Wie immer gilt, dass die Insolvenzverfahren der Signa-Gruppe hinter geschlossenen Türen stattfinden. Käufe, Angebote und Übernahmen werden in den meisten Fällen weder vom Insolvenzverwalter noch vom Käufer bestätigt. So war es zuletzt auch am Rotkreuzplatz, wo der Signa-Betonklotz gerade erst eine neue Besitzerin gefunden hat (s. unten). So weit sollen die Verhandlungen beim Oberpollinger noch nicht sein. Die geschichtsträchtige Immobilie im Herzen der Stadt gehört zur Luxussparte in Benkos Imperium: der Signa Prime Selection. Eigentümerin ist die Projektgesellschaft KHM OP Neuhauser Straße 18 GmbH & Co. KG, die Anfang 2024 insolvent gegangen ist. Denkbar schien, dass sich der thailändische Milliardär Tos Chirathivat den Konsumtempel schnappt. Schließlich hat seine Central Group das Kaufhausgeschäft der KaDeWe-Gruppe übernommen und eine ganze Milliarde Euro für das schicke Kaufhaus des Westens in Berlin gezahlt. In München ist die Central Group hingegen Mieterin des Oberpollinger geblieben. Wie es aus Immobilienkreisen heißt, soll das 395-Millionen-Euro-Angebot von einem erfahrenen Spieler im Poker um die Benko-Bauten kommen. Mit starken Geldgebern im Hintergrund.
NADJA HOFFMANN