2024 war für die Messe München ein besonders lukratives Jahr. Schon vor Jahresende melden die beiden Chefs, Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel, einen Rekord. „Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation wird es der größte Konzernumsatz, den wir je hatten.“ Die vorläufigen Hochrechnungen ergeben einen weltweiten Umsatz von 530 Millionen Euro. Davon kommen rund 330 Millionen vom Hauptsitz München. Am Ende erwartet die Messe ein Jahresergebnis von 60 Millionen Euro, München steuert acht Millionen Euro bei.
Dieses Ergebnis liege weit über Plan, so Pfeiffer. Insgesamt besuchten in diesem Jahr 620 000 Menschen das Messegelände in Riem. Plus die 730 000 Besucher der Adele-Konzerte. „In nur einem Monat, das ist ein Rekord, damit haben wir Musikgeschichte geschrieben“, erklärt Rummel. Die Intensität dieser Veranstaltungen habe selbst die Messe überrascht.
Mit dieser Bilanz schaut man voller Zuversicht ins Messe-Mega-Jahr 2025, das es so nur alle zwölf Jahre gibt. Denn es kommen Messen zusammen, die nicht im Jahresrhythmus stattfinden, aber nun alle anstehen. Wie die BAU im Januar, die alle 18 Hallen belegt, gefolgt von der bauma im April, die zuletzt eine halbe Million Besucher anzog. Eine weitere wichtige Messe: Die IAA Mobility, die wieder auf dem Messegelände und auf Plätzen der Münchner Innenstadt stattfinden soll. „Da der bisherige Vertrag mit dem Verband der Automobilindustrie ausläuft, bewerben wir uns um den nächsten Dreijahres-Turnus der IAA Mobility in den Jahren 2027, 2029 und 2031.“ Dabei werden die „Open Spaces“ in der Innenstadt integraler Bestandteil des Konzepts bleiben, verdeutlicht Pfeiffer. Das sei schließlich einer der Grundpfeiler für die damalige Bewerbung gewesen. „Die Mobilität soll zu den Menschen gebracht werden, deshalb muss man die Innenstadt bespielen.“
Trotz lautstarker Diskussion um die Veranstaltungsorte in der Stadt gehen die beiden Messechefs fest von einer Mehrheit für die IAA im Stadtrat aus. „An den Beschwerden kann es jedenfalls nicht liegen“, sagt Rummel. 2023 habe es auf der eigens eingerichteten Hotline gerade mal zehn Anrufe gegeben, vor Ort wurden 18 Reklamationen registriert und nur zwei Meldungen beim Kreisverwaltungsreferat. Von der Politik habe sich gar niemand bei der Messe beschwert. Im Gegenzug habe man von den Besuchern – zuletzt kamen über 500 000 – viel positive Resonanz erhalten.
Erst 2026 soll es in Riem wieder Konzerte geben – ähnlich wie bei Adele mit einer Residenz für den Künstler. „Das Tourgeschäft überlassen wir dem Olympiapark.“ Es gebe bereits Ideen, mehr will Rummel nicht verraten. Es handelt sich aber offenbar um einen internationalen Musiker.
CARMEN ICK DIETL