Was aus Benkos Baustellen wurde

von Redaktion

Erst zwei Münchner Gebäude sind verkauft – Bieterschlacht um ehemaligen Hertie

In der schillernden Welt der Immobiliengeschäfte sind Häuser nicht nur Häuser, sondern Visionen. Dazu gehört ein griffiger Name, mit denen die Gebäude für den Verkauf verpackt werden. So geschehen an der Rosenstraße 8, wo Generationen von Münchnern Schreibwaren gekauft haben. René Benko hat aus dem traditionsreichen Kaut-Bullinger-Haus das „Romy“ gemacht. Nach der Pleite seines Signa-Imperiums fand diese Benko-Ruine als erste einen neuen Besitzer. Der Wirtschaftsanwalt Erich Schwaiger erhielt für kolportierte 85 Millionen Euro im Frühjahr den Zuschlag.

Seit Sommer 2023 hat die Signa versucht, das „Rio“ zu verkaufen. Mit dem Namen dürften nur wenige Münchner etwas anfangen können. Die damit gemeinte Galeria-Immobilie am Rotkreuzplatz kennt jeder. Bereits Ende April gab es die gute Nachricht, dass es für den Kaufhaus-Standort nach der Galeria-Rettung eine Zukunft gibt. Mitte November folgte der Verkauf an die OFB Projektentwicklung. Hinter diesem Namen steht eine Immobilienfirma der Helaba – der Landesbank Hessen-Thüringen. Mit ihr soll sich der Signa-Insolvenzverwalter auf rund 80 Millionen Euro geeinigt haben. Ursprünglich standen 100 Millionen im Raum.

Um noch größere Summen geht es derzeit bei der Signa-Ruine „Tietz“ – besser bekannt als der historische Hertie am Bahnhof. Vorletzte Woche endete die Frist, in der Interessenten ihre Gebote abgeben konnten. Davon gab es nach unseren Informationen einige. Mehrere Bieter sollen bereit sein, um die 125 Millionen Euro für das geschichtsreiche Haus zu bezahlen. Wie berichtet, passt das zu den Marktinformationen, nach denen der erwünschte Verkaufspreis bei 130 Millionen Euro liegt. Darüber hat der Branchendienst „React News“ zuerst berichtet. Aktuell werden die Gebote geprüft. Ob und wann es einen Zuschlag gibt, ist unklar. So schnell wie möglich wäre angesichts der trostlosen Bauruine wünschenswert. Gleiches gilt wenige Schritte weiter, wo Käufer für das „Corbinian“ – so der Signa-Projektname für den verwaisten Karstadt an der Schützenstraße – gesucht werden. Wer mitbieten will, braucht wohl 300 Millionen Euro – wie es vom Fachportal Green Street News heißt.

Angesichts derart hoher Summen gilt für die Abwicklung der Signa-Insolvenz grundsätzlich: es dauert. Beide Seiten prüfen die Konditionen sehr genau. So soll es derzeit auch bei der Alten Akademie im Herzen der Fußgängerzone sein. Wie berichtet, gibt es seit September ein Kaufangebot über 180 Millionen Euro. Ein Zuschlag ist bislang aber ausgeblieben. Eines unterscheidet dieses Projekt von den anderen Benko-Bauten in der Stadt. Ein schicker neuer Name: Fehlanzeige.
NAH

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