Eine Frau holt Scheine aus ihrem Geldbeutel. Spendet sie an den Falschen? © Christin Klose, dpa
Zu Weihnachten wird wieder viel gespendet. Diese Bereitschaft zu geben, nutzen Gauner in dieser Zeit besonders schamlos aus. Die Hilfsorganisation Handicap International warnt jetzt deshalb ganz ausdrücklich vor Betrügern. Falsche Spendensammlerinnen und -sammler seien vor allem oft auf Parkplätzen vor Supermärkten aktiv, erklärte die Hilfsorganisation am Dienstag in München. Sie gäben sich oft als gehörlos aus und wollten mit angeblichen Spenderlisten Passanten zum Spenden für Menschen mit Behinderung animieren. Oft würden dabei auch die Logos von Hilfsorganisationen als angebliche Zertifizierung missbraucht – sodass Passanten gutgläubig ihr Geld geben.
„Dies geschieht nicht in unserem Auftrag“, betonte die Pressesprecherin von Handicap International, Huberta von Roedern. Die Organisation führe niemals Sammlungen auf der Straße oder an Haustüren durch. Und: „Wir bitten nicht um Bargeld.“ Vertrauenswürdige Organisationen sammelten Spenden nur im Rahmen allgemein anerkannter Methoden zur Spendenwerbung.
Laut Handicap International ist die Zahl der falschen Spendensammler zuletzt wieder massiv angestiegen. Die Organisation fordert jetzt auch die Bürger zur Mithilfe auf. Wer von falschen Spendensammlern angesprochen werde oder diese sehe, könne die Polizei informieren und sollte den Hinweis auch an die Geschäfte und Supermärkte weitergeben, auf deren Parkplätzen die Betrüger aktiv seien.
Zudem biete Handicap International ein Warnplakat an, das bei Supermärkten und Parkplätzen ausgehängt werden könne. „Es tut uns sehr leid, dass hilfsbereite Menschen betrogen werden“, so von Roedern.
MM