Kunstfälschungen im großen Stil?

von Redaktion

Prozess-Auftakt am Landgericht: Vater und Sohn sollen 400 000 Euro ergaunert haben

Die Fälscher kopierten auch Werke des Malers Edward Cucuel. © akg-images / Fotostudio Klauss

Das Bild „Cara Sophia Köhler, née Goldammer“ wurde 1911 von Leo Putz gemalt. © Leo Putz

Die mutmaßlichen Kunstfälscher gestern vorm Landgericht: Es sind Vater und Sohn. © Schultejans/dpa

Auf den einstigen Spuren des wohl berühmtesten ehemaligen deutschen Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi wandelten offensichtlich auch zwei Männer, die nun erneut vor dem Landgericht München II stehen. Das ganz Besondere daran: Es sind Vater und Sohn. Sie sollen mit gefälschten Kunstwerken ein kleines Vermögen verdient haben. Laut Anklage soll das Duo selbst oder von einer Kunstmalerin erstellte Bilder als Werke der Maler Edward Cucuel (USA, 1845–1954), Leo Putz (Tirol, 1869–1940) oder César Domela (Niederlande, 1900–1992) ausgegeben haben. So hätten Vater und Sohn unter anderem bei Kunst-Auktionen großen Reibach gemacht. Im Raum stehen 400000 Euro. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Betrug im großen Stil vor.

Die Werke trugen so klangvolle Namen wie „Auf Parkbank sitzende Dame unter Kastanienbaum am Ufer des Starnberger Sees“, „Frau im Kahn“ oder „Dame am Tisch mit Rotwein“ („Am Frühstückstisch“). Die Staatsanwältin verliest aus der Anklage: „Sie hatten die Bilder entweder selbst unter Verwendung von alten Leinwänden gemalt beziehungsweise Bilder von anderen Künstlern abgeändert.“ Der Antiquitätenhändler und sein Sohn, der als Beruf „Internetverkäufer“ angibt, sollen unter anderem bis dato renommierte Kunstexperten dazu gebracht haben, falsche Gutachten über die Bilder zu erstellen. Teilweise sollen Echtheitszertifikate ausgestellt worden sein.

Am ersten Prozesstag sagten die Angeklagten zunächst nichts zu den Vorwürfen, auch in einer ersten Verhandlung 2024 hatten sie zu den Vorwürfen geschwiegen. Der Prozess war allerdings geplatzt und musste neu aufgerollt werden, weil eine Richterin in den Mutterschutz ging. Nun geht es von vorne los. Das Gericht hat zahlreiche Verhandlungstage bis Mitte März angesetzt, das Urteil könnte demnach am 14. März fallen.
DPA

Artikel 1 von 11