Der Bau-Kalender der S-Bahn

von Redaktion

Zweite Stammstrecke: Das passiert heuer alles

Der komplexe Deckeleinschub an der Umweltverbundröhre in Laim. © Kiewning/DB (2)

Das Tunnelportal West in Laim ist fertig. Ab hier sollen Tunnelbaumaschinen die Röhre der 2. Stammstrecke bohren.

Die Bahn ist am Boden. Ganz unten – ganz wie geplant. Am Marienhof werkeln Arbeiter jetzt in 40 Metern Tiefe. Da unten liegt der Boden der neuen Station für die zweite Stammstrecke.

Ein Meilenstein im Mammut-Projekt zweite Stammstrecke. Zehn Kilometer soll sie lang werden, von Laim im Westen bis zum Leuchtenbergring im Osten. Die Stationen liegen in bis zu 48 Metern Tiefe unter der Stadt. Die Bahn baut dazu fünf Bahnhöfe neu oder um – und werkelt an einem neuen Stellwerk am Ostbahnhof. Bis 2037 soll die zweite Röhre fertig sein. Kosten Stand heute: sieben Milliarden Euro.

Eine Menge Holz, aber immerhin passiert 2025 viel. Unsere Zeitung erklärt den geplanten Bau-Kalender der Bahn für dieses Jahr.

Februar: Die zwei neuen Brücken in Laim sind fertig. Sie sollen Züge von der alten Röhre in die zweite Stammstrecke führen. Für den Bau wurden laut Bahn 4000 Kubikmeter Erde ausgehoben, dazu 2500 Kubikmeter Beton und 250 Tonnen Stahl verbaut.

März: Der erweiterte Rangierbahnhof Nord in Moosach geht in Betrieb. Der ist laut Bahn wichtig für die Logistik des weiteren Baus. Dort werden Güterzüge mit Baumaterial angefahren und abgestellt.

Ende März unterzeichnet die Bahn Verträge für Großarbeiten im Tunnel.

Im ersten Halbjahr: In der Gleishalle des Hauptbahnhofs wird eine Zwischenwand eingezogen – entlang des neuen Riesengerüsts. Ab 2026 entsteht dahinter die Baugrube für die unterirdische Station der U-Bahn-Linie U9.

Jahresmitte: Baustart am Ostbahnhof! Dort entsteht die Start-Grube für die Tunnelbohrung.

Mai: Die neue Autoreisezug-Anlage am Südbahnhof geht in Betrieb.

Juni: Das neue elektronische Stellwerk am Ostbahnhof soll – Stand jetzt – in Betrieb gehen. Es soll den laufenden S-Bahn-Betrieb stabilisieren und für mehr Zuverlässigkeit sorgen. Eigentlich hätte es zwei Jahre früher kommen sollen.

Oktober: Der Aufzug am neuen Bahnsteig A in Laim geht in Betrieb. Die Bahn beginnt mit groß angelegten Arbeiten an Oberleitungen. Die finden in mehr als 100 Nachtschichten statt, um den Zugverkehr so wenig wie möglich zu stören.„Tunnel, Gleise und Brücken entstehen nicht nur durch Maschinen, sondern durch Menschen. Sie bringen alles in Bewegung, nehmen unter Tage große Herausforderungen an und arbeiten auch, wenn andere im Bett liegen. Für diesen Einsatz möchte ich mich herzlich bedanken,“ sagt der Gesamtprojektleiter der zweiten Stammstrecke, Kai Kruschinski-Wüst.

Ende 2026/Anfang 2027: Der Tunnel wird gebohrt. Sogenannte Tunnelvortriebsmaschinen sollen im Westen und im Osten starten und sich unter München durch die Erde graben.
THOMAS GAUTIER

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