Der Romantik-Rekord

von Redaktion

Heute ist Valentinstag – Heiratsantrag im XXL-Format

Mit dem Traktor ins Glück: Stefan Zehetmair und Isabella Peña aus Unterföhring.

„Mogst mi heiraten?“: Eineinhalb Tage hat es gedauert, bis der Schriftzug in den Acker gepflügt war. © Hartmann, Förtsch, privat

Heute ist der Tag der Liebe: 14. Februar, Valentinstag! Für Stefan Zehetmair aus Unterföhring (Kreis München) ist es eine Gelegenheit, seinen eigenen Romantik-Rekord zu jagen. Das wird zwar schwer, aber er gibt sein Bestes: Heute fährt er mit seiner Verlobten Isabella Peña in ein schönes Hotel in Südtirol. Zum Ausspannen, „bevor es wieder mit der Feldarbeit losgeht“, sagt der 29-Jährige. Er möchte seiner Liebsten ein Armketterl schenken, vielleicht ein paar Blumen. Aber so was wie den XXL-Heiratsantrag kann er ihr nicht so schnell wieder bieten.

Die Vorgeschichte: Im Juli 2024 lässt der Landwirt seine Freundin von zu Hause abholen, sie muss sich die Augen verbinden. Eine Feuerwehr-Drehleiter bugsiert die beiden in luftige Höhe. Von oben ist der Heiratsantrag im XXL-Format, den er in sein Feld gepflügt hat, gut zu sehen: „Mogst mi heiraten“, steht darauf. Isabella fängt an zu weinen. Freudentränen. Sie sagt ja, er holt den Ring aus dem Drehleiterkorb. Wieder unten stoßen sie mit Sekt an.

Seit er diese drei Worte in seinen Acker geprägt hat, geht es bei Zehetmair rund. Romantik-Stress pur. Seine Verlobte stürzte sich sofort in Hochzeitsvorbereitungen. „So schnell konnte ich gar nicht schauen“, erzählt er und lacht. „Männer lassen sich da nicht so schnell aus der Ruhe bringen.“ Trotzdem staunte er, was alles zusammenkommt. Die Suche nach der Location, Gästelisten, Ringe, Blumen, Outfit. „Gerade sind wir dabei, die Einladungen rauszubringen.“

Fest steht: Heuer heiratet das Paar, das sich in der Grundschule kennenlernte und vor acht Jahren im örtlichen Maibaumstüberl lieben lernte. Am 17. Mai findet die standesamtliche Trauung im kleinen Kreis in der Pfarrvilla in Unterföhring statt. Zum Standesamt kutschieren will Zehetmair seine Liebste mit dem Oldtimertraktor, den er gekauft und selbst restauriert hat.

Richtig rund geht es am 5. Juli, wenn sich das Paar in St. Valentin in Unterföhring das Ja-Wort gibt. Vor rund 200 Gästen. Die Kirche liegt neben seinem Hof und hat Tradition in der Familie. Seine Eltern und die Eltern seiner Verlobten haben dort geheiratet. Braut und Bräutigam wurden dort getauft, haben dort Kommunion und Firmung gefeiert. Für die kirchliche Trauung schwebt Zehetmair wieder ein Schlepper vor, in dem er und seine Braut zu St. Valentin tuckern. Die katholische Kirche ist dem heiligen Valentin von Rätien geweiht, einem der ersten Bischöfe Passaus. Dieser hat nichts mit dem Valentinstag zu tun. Der wiederum ist nach dem heiligen Valentin von Terni benannt, dem Patron der Liebenden.

Auf seinen XXL-Heiratsantrag wurde Zehetmair oft angesprochen. „Viele Leute wollten wissen, wie ich das genau gemacht habe.“ Rund zehn Tage ließ er den Schriftzug unberührt. Als das Wetter es zuließ, „habe ich Wiese drüber gesät“. Trotzdem sah man den Heiratsantrag bis in den Herbst hinein. Ein bisschen könne man ihn jetzt sogar noch erkennen, sagt Zehetmair. Irgendwann wird die Liebeserklärung Futter fürs Vieh.
MARLENE KADACH

Artikel 11 von 11