Promi-Roulette im Rathaus

von Redaktion

Kehrt Ex-Kommunalreferentin Kristina Frank in den Stadtrat zurück?

Ex-Kommunalreferentin Kristina Frank könnte nach der Bundestagswahl in den Stadtrat nachrücken. © M. Hangen, M. Schlaf

Hans Theiss kämpft um ein Bundestagsmandat.

Raten Sie mal, wer bald schon wieder im Münchner Stadtrat sitzen könnte? Auf Kristina Frank hätten sicher die wenigsten getippt, nach Informationen unserer Zeitung ist ihre Rückkehr aber tatsächlich möglich. Grund ist die Bundestagswahl. Denn die könnte auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Stadtrates haben. Sollte CSU-Fraktionsvize Hans Theiss das Mandat im Münchner Norden gewinnen und in den Bundestag wechseln, würde er mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Stadtratsmandat zurückgeben. Es müsste also jemand nachrücken. Und viele dachten, das wäre der Autolobbyist Michael Haberland vom Verein „Mobil in Deutschland“, denn der hatte den Einzug in das Kommunalgremium 2020 nur knapp verpasst. Tatsächlich aber ist die ehemalige Kommunalreferentin Kristina Frank erste Nachrückerin. Das bestätigt eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferates auf Anfrage.

Frank war 2018 unter Schwarz-Rot zur Kommunalreferentin gewählt worden. Bei der Kommunalwahl 2020 trat sie als OB-Kandidatin der CSU an, unterlag Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) in der Stichwahl. Allerdings: Frank kandierte auch auf der Stadtratsliste und erhielt dort die meisten Stimmen aller Kandidaten. Jedoch nahm Frank ihr Stadtratsmandat nicht an – das ging aus rechtlichen Gründen nicht, denn sie war ja noch Kommunalreferentin – also berufsmäßige Stadträtin. Und das schließt aus, dass sie auch ehrenamtlich im Stadtrat sitzt. Denn der fungiert schließlich auch als Kontrollgremium für die Verwaltung. Als Amtshindernis bezeichnen das die Juristen. Nun ist das aber entfallen. Denn Franks Amtszeit als Referentin endete vorigen Sommer. SPD und Grüne hatten Jacqueline Charlier zur neuen Kommunalreferentin gewählt. Frank wechselte zur Bayernheim, wo sie mit dafür sorgen soll, dass der Freistaat genug bezahlbaren Wohnraum schafft.

Auf Nachfrage wollte sich Frank nicht zu einer möglichen Rückkehr in den Münchner Stadtrat äußern. Rathaus-Insider vermuten aber, dass sie nicht abgeneigt wäre, jedoch ihren Chef Markus Söder davon überzeugen müsste. Der sollte sich das gut überlegen, denn 2026 ist wieder eine Kommunalwahl. Und dass Kristina Frank Wahlkampf kann, hat sie bereits bewiesen.
SKA

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