Nach der Kollision einer Tram mit einem Schulbus am Montagvormittag beginnt die Aufarbeitung. Derzeit werde wegen fahrlässiger Körperverletzung „in alle Richtungen ermittelt“, sagte ein Polizeisprecher. Die zwölf Verletzten – darunter acht Kinder – sind auf dem Weg der Besserung. Selbst der schwer verletzte Busfahrer kann das Krankenhaus bald verlassen, hieß es. Zum Gesundheitszustand verletzter Kinder machte der Feuerwehrsprecher keine Angaben. Der Schulbus mit 22 Menschen an Bord war bei einem Wendemanöver auf der Arnulfstraße mit einer Tram zusammengestoßen.
„Jeder Verletzte ist ein Drama“, sagt der Leiter Betrieb Schiene der MVG, Oliver Glaser. Dem Tramfahrer gehe es den Umständen entsprechend gut, er musste nicht in die Klinik. Ihn haben sie lediglich als Zeugen befragt. „Wenn die 40 Tonnen einer Tram auf die 10 Tonnen eines Busses treffen, ist das einfach Physik“, sagt Glaser. Er freut sich, dass der Unfall noch relativ glimpflich ausgegangen ist. „Die Straßenbahn muss erst mal begutachtet werden“, sagt er.
Derzeit wertet die Polizei die Dashcam des Schulbusses aus, der Kinder einer sechsten Klasse des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums vom Schwimmunterricht abgeholt hatte. Wie lange die Ermittlungen dauern, sei bislang nicht absehbar. Nun müsse zum Beispiel geprüft werden, ob die Ampel richtig geschaltet gewesen sei oder ein technischer Defekt vorgelegen habe, heißt es.
Auch die Fahrtenbücher der Straßenbahn werden ausgewertet. Wie hoch der Schaden ist, sei noch unklar, es habe aber keinen Ausfall wegen Fahrzeugmangel gegeben, nur zusätzlichen Aufwand in der Werkstätte, sagt Glaser.
GW