Hier wird der OB zum Wellen-Reiter

von Redaktion

Warum der Surfer-Streit im Englischen Garten jetzt Chefsache ist

An der Stelle der Welle: Oberbürgermeister Dieter Reiter vor Ort. © SPD

Darum geht‘s: Die Surfer kommen nicht mehr richtig an den Eisbach heran, weil der Zaun so nah am Ufer steht. © Yannick Thedens

Beim Zoff um den Zaun an der Dianabadschwelle bahnt sich eine Lösung an. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte am Dienstag nach einem Ortstermin, es gelte nun, einen Kompromiss zu finden. „Der nächste Schritt wird sein, mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu reden, ob er nicht auf Seiten der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, die Eigentümerin ist, eine Lösung findet.“ Andernfalls müsste die Stadt einspringen. Reiter: „Zur Not gründen wir wieder eine Gesellschaft und übernehmen das Betreiberrisiko.“ Hier wird der OB zum Wellen-Reiter.

Der Streit um die Eisbachwelle E2, auch Dianabadschwelle genannt, gärt schon seit einer Weile. Anwohner eines Anwesens an der Oettingenstraße, das an die Welle angrenzt, wollten die Surfer nicht mehr auf ihrem Grundstück haben. Deshalb hatten sie weitere Zaun-Elemente anbringen lassen (tz berichtete). Für viele Surfer machen diese den Einstieg auf die Welle jetzt fast unmöglich, weil‘s zu eng ist.

Laut Eigentümergemeinschaft des privaten Grundstücks habe man sich „aufgrund der massiv angestiegenen Belästigungen durch Lärm, Unrat, nächtliche Ausleuchtung und vor allem wiederholte Beschädigungen zu dem Schritt gezwungen“ gesehen. Immer wieder hätten Surfer auch den bereits bestehenden Zaun beschädigt. Die Eigentümer monieren Reparaturkosten von 28 000 Euro.

Zwar gab es zuvor auch schon einen Zaun am Ostufer der Welle hin zu dem Grundstück Oettingenstraße – ein kleiner Spalt war jedoch offen. Die Surfer gelangen von der Öffnung aus mit den Brettern auf das Wasser. Das ist durch die neuen Elemente nun nicht mehr möglich – für die Sportler ein Problem: „Das macht es für Surfer unglaublich schwer und sogar gefährlich“, sagt Stefan Hornung (53) von der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM).

Ende 2024 gab es ein Treffen zwischen Surfern und Anwohnern – dabei kamen auch die Schäden am bisherigen Zaun zur Sprache. Von der IGSM heißt es nun dazu, dass nicht alle ihnen angelasteten Schäden wirklich durch Surfer entstanden seien. Trotzdem habe der Verein sogar finanzielle Entschädigung angeboten. Eine Einging kam nicht zustande.

Unterstützung bekommen die Surfer auch durch eine neue Petition: Sie verlangt die Rettung der Münchner Surfkultur – und fordert dafür eine sofortige Entfernung des umstrittenen Zauns. Knapp 3600 Menschen haben sie bislang unterschrieben.
SASCHA KAROWSKI

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