Sport im Problem-Park

von Redaktion

Schönheitskur für den Alten Botanischen Garten

Charles-Hotel-Chef Florian Steinmaier (r.) traf Joachim Herrmann (l.). © Marcus Schlaf, Astrid Schmidhuber

Eine Polizeikontrolle im Alten Botanischen Garten. Die Stadt baut jetzt einen Bolzplatz am Neptunbrunnen, um den Problem-Park zu beleben und für Münchner wieder nutzbar zu machen. © Achim Schmidt

Jahrelang war der Alte Botanische Garten Münchens übelster Schandfleck. Diesen Sommer sollen die Münchner wieder gerne in den Park gehen – und dabei soll der Sport helfen.

Gestern trafen sich Politik, Polizei und prominente Anwohner im Park-Café von Chris Lehner zu einem inoffiziellen Park-Gipfel. Rund 22 Teilnehmer waren anwesend – unter ihnen Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Polizeivizepräsident Christian Huber und Kreisverwaltungsreferat-Vize Sebastian Groth. Sie sprachen mit betroffenen Anwohnern und Geschäftsleuten wie Charles-Hotel-Chef Florian Steinmaier, der Direktorin des Luisengymnasiums oder Anwalt Peter Gauweiler über die Situation.

Konkret geplant: Am Neptunbrunnen soll laut Hotelier Steinmaier in diesem Jahr ein Fußball-Kleinfeldplatz aufgebaut werden. Laut KVR beginnt der Bau sogar schon „in den kommenden Wochen“ und soll im Sommer abgeschlossen sein. Aufhorchen lässt der Satz: „Die Landeshauptstadt München prüft aktuell verschiedene Kooperationen.“ Laut Teilnehmern wurde in diesem Zusammenhang der FC Bayern genannt. Der Verein reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage.

Am Karl-Stützel-Platz (der mit dem großen roten Ring) kommt noch mehr Sport dazu: „Am Karl-Stützel-Platz wird gerade ein Skatepark aufgebaut, dort steht der Bauzaun seit dieser Woche. Auch ein Basketballfeld soll es geben“, sagt Charles-Hotel-Chef Steinmaier. Diese Pläne bestätigte das KVR auf Anfrage.

Laut Steinmaier sind am Karl-Stützel-Platz außerdem ein Kiosk und Toiletten geplant. „Der alkoholfreie Biergarten vom letzten Jahr soll aber nicht wiederkommen.“ Das KVR sagt dazu bisher: „Das gastronomische Angebot befindet sich noch in der Planung.“

Mehr Sport also für Münchens Schandfleck. Der nächste Schritt im Ringen um den Problem-Park. Im Juni 2024 hatte OB Dieter Reiter (SPD) das Areal zur Chefsache gemacht. Der Grund: Dort hatte es immer mehr Gewalttaten gegeben, der Handel mit Drogen florierte, Münchner fühlten sich nicht mehr sicher (wir berichteten).

Reiter setzte eine Taskforce ein, danach gab es mehr Streifen von Polizei und Kommunalem Außendienst, dazu Videokameras, bessere Beleuchtung – und vor allem konsequente Kontrollen gegen Dealer. Dann stieg im Herbst auch der Freistaat mit ein, selbst Ministerpräsident Markus Söder sah sich vor Ort um. Im Dezember beschloss der Stadtrat zudem ein Verbot von Alkohol, Marihuana und Waffen.

All diese Maßnahmen scheinen gefruchtet zu haben: „Alle Betroffenen haben beim Treffen zu verstehen gegeben, dass es eine deutliche Verbesserung gibt“, sagte Hotelier Steinmaier.
THOMAS GAUTIER, HANNA RAIF

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