Streit um Uber könnte sie den Job kosten: Die Taxi-Vorstände Thomas Kroker (l.) und Patrick Nothhaft bangen um ihre Posten bei der Taxi München eG. © Marcus Schlaf
Der Streit zwischen der Taxibranche und Vermittlungsplattformen wie Uber schwelt seit Jahren. Immer wieder gibt es Gerichtsprozesse oder Demonstrationen, mit denen die Taxler ihre Konkurrenz in die Schranken weisen wollen. Nun scheint der Uber-Krieg mitten im Herzen der Taxi München eG angekommen zu sein. Weil drei der neun Aufsichtsrats-Mitglieder der Genossenschaft laut zwei Vorständen auch mit Konkurrenz-Plattformen zusammenarbeiten sollen, gehen jetzt zwei Lager aufeinander los. Der bisherige Höhepunkt: ein Putsch-Versuch!
Wie die Vorstände Thomas Kroker und Patrick Nothhaft im Gespräch mit unserer Zeitung berichten, hätten sie bei einer Testfahrt aus einem anderen Grund festgestellt, dass Unternehmer aus ihrer Genossenschaft für Uber und teils andere Plattformen fahren würden – und das, obwohl sie selbst im Aufsichtsrat der Genossenschaft sitzen. „Das ist rechtlich nicht verboten“, sagt Thomas Kroker. Aber ist es, nur weil es legal ist, auch legitim? „Hier geht es um den moralischen Anspruch: Wenn man im innersten Zirkel einer Taxi-Genossenschaft mitwirkt, besteht ein massiver Interessenskonflikt, wenn man zeitgleich für den größten Konkurrenten tätig ist.“ Deshalb habe man den betreffenden Personen nahegelegt, ihr Amt niederzulegen und deren Namen öffentlich gemacht. Mit Folgen.
Denn statt ihr Amt im Aufsichtsrat niederzulegen, sollen diese Taxifahrer nun wiederum gegen die beiden Vorstände der Genossenschaft vorgehen, so Kroker und Nothhaft. „Die wollen uns jetzt absägen“, sagt Nothhaft. Sein Kollege fügt hinzu: „Unter dem Vorwand des Vertrauensmissbrauchs wollen die uns beide nun vorläufig des Amtes entheben oder kündigen.“ Gestern fand laut Kroker eine Aufsichtsratssitzung statt – unter anderem mit diesem Thema. Der Ausgang war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.
Das andere Lager ist sich derweil keiner Schuld bewusst. Aufsichtsratsvorsitzender Sezai Curuk sagte unserer Zeitung gestern, der Vorstand habe von Fahrten für Internet-Plattformen gewusst. Thomas Kroker bestreitet dies. Curuk erklärt seine Beweggründe für das mehrgleisige Fahren: „Wir müssen geschäftlich denken und liquide bleiben – und die Vermittlungsportale werden nun mal viel genutzt.“ Er und weitere Aufsichtsratsmitglieder bedauerten den Ärger. „Es ist traurig, dass es so weit gekommen ist und dass wir nicht aufeinander zugehen können.“
NINA BAUTZ