Messerstecher wird weggesperrt

von Redaktion

Versuchter Mord in Pasing: Täter muss dauerhaft in die Psychiatrie

Opfer Cafar Junus zeigt seine Verletzung. © Yannick Thedens

Werner P. (41) stach in Pasing auf zwei Männer ein. © JANTZ

Seine Narbe wird bleiben: Cafar Junus (19) war eines der Opfer in Pasing, als Messerstecher Werner P. (41) im Juli 2024 grundlos zwei Passanten angegriffen und schwer verletzt hatte. Am Landgericht München I wurde ihm seit März der Prozess gemacht, gestern erging nun das Urteil: Werner P. muss dauerhaft in die Psychiatrie.

„Der Beschuldigte ist psychisch krank“, erklärte Richterin Elisabeth Ehrl. Bereits seit 2003 leide er an paranoider Schizophrenie, 2016 wurde er erstmals in eine Klinik eingewiesen. Er leide an Wahnideen und fühle sich verfolgt. Seit 2021 hatte P. selbstständig seine Medikamente reduziert – das führte in Pasing fast zu Todesfällen. Denn mit einem Messer bewaffnet, suchte sich Werner P. in der Gleichmannstraße gezielt Opfer: Laut Urteil wollte er Muslime töten, vor denen er sich fürchtete. Zwei junge Männer, die er optisch für solche hielt, griff P. hinterrücks an. Einem stach er von hinten zweimal in die Schulter, Cafar Junus erwischte es am Arm. „Es war ein unerwarteter Angriff auf zwei vollkommen Unbeteiligte in belebter Umgebung am helllichten Tag“, fasste die Richterin das Drama zusammen. Beide Opfer hätten sterben können. Die seelischen Folgen seien gravierend: Für die Männer habe sich „ihr gesamter Lebenszuschnitt verändert“.

In dem Verfahren, in dem Werner P. die Tat erst in seinem letzten Wort zugegeben hatte, war nach Auffassung des Gerichts rasch klar geworden, dass seine Krankheit ihn geleitet hatte. Er habe beschlossen, dass Deutschland von Muslimen „befreit“ werden müsse und verfasste ein Manifest mit dem Titel „Der Plan“, das rechtsextreme Verschwörungsideologien enthielt und das er auch an eine Münchner Uni versandt hatte.
A. THIEME

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