Muss aufhören: Wirt Panagiotis Parasidis betrieb die Wirtschaft seit 16 Jahren. © Marcus Schlaf
Das Aus für das griechische Restaurant Pallas Athene im Ostpark-Eisstadion zum 1. Juli (wir berichteten) ist offensichtlich doch von der Stadt ausgegangen. Wie das Referat für Bildung und Sport (RBS) nachträglich mitteilt, habe man sich mit der Brauerei Paulaner „darauf verständigt, dass der Betrieb der Gastronomie nur noch bis zum 30.06. möglich ist“. Ursprünglich hatte das RBS von einer Kündigung des Pachtvertrags durch Paulaner gesprochen. Die Brauerei hatte dem widersprochen und erklärt, die Stadt habe gekündigt, weil das Eisstadion umgebaut werde. Doch die Machbarkeitsstudie zur Zukunft des über 40 Jahre alten Ostpark-Sportzentrums ruht aus Spargründen derzeit.
Auslöser ist laut RBS, dass vor rund zwei Jahren im Küchenbereich des Restaurants im Eis- und Funsportzentrum München-Ost ein hoher Sanierungsbedarf von bis zu 1,5 Millionen Euro festgestellt worden sei. „Diese Summe kann vom zuständigen Geschäftsbereich im RBS nicht aufgebracht werden, vor allem vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltssituation.“ Und über den Bauunterhalt sei dies auch nicht abgedeckt.
„Warum wird eine Kündigung ausgesprochen, bevor es überhaupt konkrete Pläne für die weitere Nutzung der Räume gibt?“, will Stadtrat Richard Progl (Bayernpartei) nun wissen. Vielleicht lasse sich mit etwas gutem Willen wenigstens eine befristete Lösung finden. Denn „die Schließung wäre ein großer Verlust für die Vereine und andere Besucher sowie die Mitarbeiter.“ Wirt Panagiotis Parasidis betreibt die Gaststätte seit 16 Jahren und steht mangels Alternative mit seinen 13 Mitarbeitern ab Juli wohl auf der Straße. Auch die Eissportler versuchen, ihr geliebtes Restaurant zu retten. Eine entsprechende Online-Petition wird inzwischen von über 1200 Menschen unterstützt.
Die städtischen Referate seien „leider sehr vorschnell im Kündigen von Mietverträgen und im Leerziehen von Gebäuden, die saniert werden sollen“, moniert Progl. Oft verzögere sich der Beginn der Baumaßnahmen aber oder stehe – wie beim Gasteig – noch völlig in den Sternen. „Das Ergebnis sind dann jahrelang leer stehende Gebäude, die vor sich hin verfallen, anstatt wenigstens ein bisschen Pachteinnahmen zu bringen.“ Hier müsse es dringend ein Umdenken bei der Stadtverwaltung geben.
CARMEN ICK-DIETL