Kabarettist Helmut Schleich schreibt wöchentlich. © Schmidt
Der Aufschrei war erwartbar. 53 000 Euro pro Nacht! Wer im frisch modernisierten Sisi-Appartement im Hotel Vier Jahreszeiten übernachten will, benötigt ein privates Sondervermögen. Zumal man ja die 220 Quadratmeter Luxus in einer Nacht gar nicht durchwohnen kann. Drei Schlafzimmer, zwei Wohnzimmer, Speisesaal und Bibliothek. Allein für letztere braucht man ja im Grunde Wochen.
Aber bevor jetzt jemand aus der links-woken Ecke auf die Idee kommt, öffentlichkeitswirksam nach einer Hotelpreisbremse zu schreien, empfiehlt es sich, die Dinge ideologiefrei und ganz praktisch zu betrachten. 53 000 Euro kostet der Luxus-Schuppen nur zur Wiesn und zu Messen. Zu Zeiten also, wo sich der normale Gast eh nur zum Schlafen im Hotel aufhält. Da tut’s auch die „Pension Erika“.
Ansonsten sind wir schon nur noch bei 30 000 Euro. Für 220 Quadratmeter, verteilt auf sieben Zimmer plus Original-Sisi-Schreibtisch! Ja, Entschuldigung. Da bringt man doch locker 20 Leute unter. Das sind nicht mal drei pro Zimmer. Dann sind wir schon nur noch bei 1500 Euro pro Person. Inklusive Frühstück im Vier Jahreszeiten. Gehen Sie mal in vergleichbarer Lage zu zwanzigst Weißwurst essen und schauen Sie sich die Rechnung an. Die Preise in der Münchner Innenstadt sind eben heute so.
Und nach einer Nacht zu zwanzigst im Sisi-Appartement können Sie immerhin sagen, ich habe auf dem Original- Schreibtisch der Kaiserin Elisabeth von Österreich geschlafen. Das isses doch allemal wert.