Der Weyprechthof: ein Bild von 2019. © Oliver Bodmer
Das Areal in Milbertshofen: Wo früher Kellner liefen, werden nun Wohnungen gebaut. © Rendeffect
Bis 2017 stand an der Max-Liebermann-Straße 6 in Milbertshofen der Weyprechthof. Dessen Biergarten mit 650 Plätzen war höchst beliebt. Nach dem Abriss des Gebäudes und dem Verkauf des Grundstücks folgte eine mehrjährige Diskussion um die Nutzung des Areals. Jetzt herrscht Klarheit: Auf rund 4400 Quadratmetern entstehen 82 neue Wohnungen. Obendrein zieht auch eine Gastwirtschaft ein – mit Biergarten. Zwar bekommt der nur 200 Plätze. Aber es gibt somit ein Biergarten-Revival für die Anwohner.
Bauherr ist der Immobilienentwickler Trei Real Estate GmbH, eine Tochter der Supermarktkette Tengelmann. Eigentlich entspricht das Bauvorhaben der Trei nicht dem städtischen Bebauungsplan. Der sieht an der Stelle eine Mischnutzung aus Wohnungen und Gewerbe vor, Neubauten dürfen nur drei Stockwerke haben. „Ziel war es aber, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen“, sagt Pepijn Morshuis, geschäftsführender Vorstand der Trei. Sowohl der Bezirksausschuss Milbertshofen als auch der Investor selbst hätten lieber auf Gewerbe verzichtet und stattdessen mehr Wohnungen errichtet. „Das jetzige Ergebnis basiert auf einem gemeinsamen Entwicklungsprozess mit der Münchner Lokalbaukommission und dem örtlichen Bauausschuss“, so Morshuis. Sprich: Es gab eine Sondergenehmigung.
Das Wohnquartier wird nun in Form zweier Riegel ab Juli 2025 gebaut: Ein langer wächst im nördlichen Areal mit sechs Stockwerken, ein kleinerer nach Süden hin mit fünf. Als ausgleichende Maßnahme erhält der Südriegel eine Erholungs-Dachterrasse zur Gemeinschaftsnutzung. Außerdem entsteht im Biergarten-Restaurant im Erdgeschoss ein Veranstaltungsraum für 60 Personen.
Insgesamt werden 82 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen für 50 Millionen Euro gebaut. 16 davon werden geförderte München-Modell-Wohnungen, den Rest vermietet Trei zu Preisen je nach „aktueller Marktlage sechs Monate vor Fertigstellung“. Diese ist für 2027 vorgesehen.
ISABEL WINKLBAUER