Es ist ohnehin schon eng – bald könnte es auf Münchens Straßen noch voller werden. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Bis zum Jahr 2045 wird München 1,8 Millionen Einwohner zählen. Das geht aus einer Prognose der Verwaltung hervor. Die Tabelle zeigt, wie sich das Wachstum auf die einzelnen Viertel verteilen könnte.
Es geht weiter, immer weiter: Die Marke von 1,6 Millionen Einwohnern hat München bereits im Oktober geknackt. Ende vorigen Jahres lebten dann schon fast 1,604 Millionen Menschen in der Isarmetropole – das sind 0,93 Prozent mehr als 2023. Und genau so wird es weitergehen – wir werden immer mehr! Die Fachleute der Stadt gehen in einer neuen Prognose davon aus, dass es bis 2045 schon 1,83 Millionen Münchner geben wird. Das wäre dann ein weiteres Plus von 226 000 Personen beziehungsweise 14,1 Prozent mehr als 2024. Das Wachstum verteilt sich nicht gleichmäßig in der Stadt: Die Tabelle rechts zeigt, in welchen Vierteln es enger wird und welche Stadtteile (bezüglich der Einwohnerzahl) sogar schrumpfen werden.
Münchens Bevölkerung wächst zum einen auf natürliche Weise, zum anderen profitiert die Stadt auch vom Zuzug – viele Leute kommen für Ausbildung, Studium oder wegen des Jobs hierher. Sogenannte Wanderungsverluste sagen die Experten dagegen bei der Gruppe der unter Zehn-Jährigen und für die über 30-Jährigen voraus. Einfache Erklärung: Familien verlassen die Stadt eher als Alleinstehende.
Die meisten Zuzügler stammen aus anderen Bundesländern. So kamen 2024 von den 105 183 Zuagroasten 53,9 Prozent aus anderen Kommunen in Deutschland und 43,1 Prozent aus dem Ausland – überwiegend aus Ländern der Europäischen Union. Die Zahl der Menschen, die aus Nicht-EU-Ländern nach München kommen, nimmt gleichzeitig stetig zu. Von den insgesamt 93 771 Wegzügen gingen im Jahr 2024 63 Prozent in andere Kommunen Deutschlands und 27 Prozent ins Ausland.
Die neuen Münchner müssen irgendwo wohnen – vor allem in neuen Baugebieten. Die Fachleute der Stadt rechnen etwa damit, dass in Aubing-Lochhausen-Langwied im Jahr 2045 rund 50 000 Menschen mehr leben werden. Das entspricht einer Steigerung um 85 Prozent. Damit ist der Bezirk der am stärksten wachsende in München, was freilich auch am neuen Stadtviertel Freiham liegt. Mit ebenfalls sehr hohen Einwohnergewinnen folgt Trudering-Riem. Dort sind durch verschiedene Baumaßnahmen, beispielsweise an der Messestadt, bis 2045 über 32 000 Einwohner mehr zu erwarten. Überdies sind (vorwiegend durch Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen) unter anderem Bogenhausen und Feldmoching-Hasenbergl Wachstums-Schwerpunkte. In Bogenhausen werden bis 2045 voraussichtlich rund 27 000 Einwohner mehr als 2024 leben, was einer Zunahme von 28 Prozent entspricht. In Feldmoching-Hasenbergl ist mit einem Zuwachs von rund 23 000 Personen zu rechnen: über 36 Prozent mehr als 2024. Ebenfalls viele neue Einwohner werden für Schwabing-Freimann, Ramersdorf-Perlach und den Süden der Stadt prognostiziert.
Für die stark verdichteten Innenstadtbezirke Au-Haidhausen, Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Schwabing-West und Schwanthalerhöhe sowie Obergiesing-Fasangarten, Hadern und Untergiesing-Harlaching prophezeien die Experten eine Stagnation, in Teilen sogar ein Schrumpfen. Hadern (-3,4 Prozent) und in Untergiesing-Harlaching (-5,2 Prozent) verzeichnen die größten Verluste.
Und es gibt andere Altersstrukturen. Insgesamt werden zehn Viertel jünger, zwölf überdurchschnittlich altern, beispielsweise Au-Haidhausen, die Schwanthalerhöhe und Untergiesing-Harlaching. Den größten Sprung nach unten in der Altersstruktur macht Aubing-Lochhausen-Langwied, was auf den Zuzug vieler junger Familien zurückgeführt wird.
SKA, LIM, NM