Ein Krokodil in der Kleingartenanlage

von Redaktion

Tiere wurden nicht artgerecht gehalten: Münchner Auffangstation übernimmt Reptilien

Dieses Beulenkrokodil ist nun in der Auffangstation in München untergebracht. © Auffangstation

Die Auffangstation für Reptilien in München hat einige exotische Tiere aufgenommen, die bei einer Beschlagnahme in Nordhausen (Thüringen) sichergestellt wurden. Dort waren in einer Kleingartenanlage unter anderem ein Beulenkrokodil, ein Netzpython, mehrere Anakondas sowie ein Tigerpython gehalten worden. Die Tiere wurden in München medizinisch untersucht, gewogen und vermessen, erste Proben zur weiteren Diagnostik wurden entnommen.

Die Münchner Auffangstation arbeitet seit Jahren eng mit Behörden in ganz Deutschland zusammen. Sie unterstützt bei Begutachtungen problematischer Tierhaltungen und übernimmt Tiere, wenn diese durch Veterinärämter beschlagnahmt werden – wie im aktuellen Fall aus Thüringen.

Laut einer Mitteilung der Auffangstation München verdeutliche der Fall aus Nordhausen, wie aufmerksam Veterinärämter mittlerweile mit der Haltung exotischer Tiere umgehen. „Viele Reptilien – ob Krokodile, Schlangen, Schildkröten oder Echsen – stellen besondere Ansprüche an Haltung, Klima, Platz und Ernährung“, erklärt Stationsleiter Markus Baur. „Diese Bedürfnisse lassen sich durchaus erfüllen, wenn sich Halter umfassend informieren und bereit sind, über die Lebensdauer der Tiere kontinuierlich Zeit, Wissen und Ressourcen zu investieren.“

In der Praxis zeige sich: Tiere werden nur in gravierenden Fällen unmittelbar sichergestellt. In der Regel erhalten Halter zunächst die Möglichkeit, die festgestellten Mängel zu beheben – so auch im Fall in Thüringen. Erst wenn diese Auflagen wiederholt nicht erfüllt werden, ordnen die Behörden eine Beschlagnahmung an. Auffangstationen wie die in München werden dann aktiv – und schaffen die notwendige Struktur, damit solch behördlicher Tierschutz überhaupt möglich ist.
SKA

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