Tanzspaß: Roswitha Sollinger ist mit ihren 78 Jahren noch voll aktiv. © Astrid Schmidhuber
Roswitha Sollinger dreht sich zur Musik, ihr steht die Lebensfreude ins Gesicht geschrieben. Noch vor gut zwei Jahren war das anders: Damals war die Penzbergerin nach dem Tod ihres Mannes aus der oberbayerischen Kleinstadt zu ihrer Tochter nach München gezogen. „Ich hatte kaum soziale Kontakte“, sagt die 78-Jährige. Sie nahm all ihren Mut zusammen – und betrat das Alten- und Service-Zentrum (ASZ) in der Au.
Für Rowitha Sollinger ist seit ihrem ersten Besuch im ASZ kein Tag mehr wie der andere: Sie geht zu Konzerten, zu Aufführungen und nimmt an Stadtteilspaziergängen teil; sie tauscht sich mit Gleichgesinnten aus. Sie töpfert, werkelt, wandert durch die Natur, besichtigt Städte, geht zu Reisevorträgen, zum Tanzen und in den Tierpark. „Jetzt gibt es ein Präsentationstheater zum Thema Trickbetrug. Und nächste Woche habe ich mir den Feierabendspaziergang mit dem Straßenseelsorger Michael Kafka vorgemerkt. Das war das letzte Mal so spannend!“
Die Haidhauserin ist eine von mehr als 360 000 Münchnern über 60 Jahre, an die sich ein riesiges, abwechslungsreiches und bezahlbares Angebot in der Stadt richtet. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) München hat jetzt die schönsten Freizeitveranstaltungen bis August in einer gedruckten Broschüre zusammengestellt (siehe auch Text unten).
Auch Maria Zillner aus Sendling blättert jede Woche eifrig in den Angeboten. Seit sieben Jahren ist die 90-Jährige mit Gleichgesinnten gerne unterwegs. Nächste Woche steht ein Ausflug nach Österreich auf dem Programm. Auch das gemeinsame Mittagessen zweimal die Woche ist gesetzt. „Für 7,20 Euro isst man in der Gemeinschaft – da schmeckt‘s gleich doppelt so gut.“
DANIELA POHL