Leider total vermüllt: Der Königsplatz nach dem Champions-League-Finale. © Kastl, Weißfuß
Sie kamen, sahen, siegten und müllten alles voll! Nach dem Champions-League-Finale am Samstag haben Fans den Königsplatz verwüstet zurückgelassen – meint jedenfalls der Chef der Glyptothek und der Staatlichen Antikensammlungen, Florian Knauß.
Mehr als 20 000 Fans hatten das Spiel Paris Saint-Germain gegen Inter Mailand (Endstand: 5:0) auf dem Königsplatz beim Public Viewing verfolgt. Laut Polizei blieb es friedlich. Sauber lief das Ganze trotzdem nicht ab, so Knauß – im Gegenteil.
Noch am Montagmorgen sah der Königsplatz „verheerend“ aus, klagt der Museums-Chef. Seine Mitarbeiter und er seien ja einiges gewöhnt. „Aber so viel Dreck und Glassplitter auf Schotterwegen und Grasflächen wie nach diesem Champions-League Finale habe ich in 24 Jahren nicht erlebt.“
Zum Beweis legt Knauß Fotos vor. Tatsächlich schaut’s da aus wie auf einer Müllhalde: Tüten aus Plastik und Papier liegen im Gras, überall zerknüllte Transparente und Plakate. Knauß zerknirscht: „Aufgeräumt wurde nach dem Spiel nur an der Brienner Straße. Die Glasscherben, Kippen und Kronkorken auf den Wiesen und Kieswegen sind jetzt am Montagnachmittag immer noch da.“ Der Müll war laut Knauß nicht die einzige Hinterlassenschaft: „Selbstverständlich blieben auch Graffiti und weitere Sachbeschädigungen an den Antikensammlungen nicht aus.“ Knauß weiter: „Wir sind keine Spaßbremsen, schauen auch gerne Fußball, aber es tut uns weh, dass solche Kollateralschäden an der schönsten Platzanlage der Stadt und an denkmalgeschützten Bauten von der Landeshauptstadt leichtfertig in Kauf genommen werden.“
Knauß hofft, dass es beim nächsten Event besser wird. „Jetzt beginnt die Konzert-Saison, Das Oben-Ohne-Festival findet statt, die IAA kommt. Wir haben öfter solche Zustände. Ich rede mir den Mund fusselig, aber es will keiner hören.“
T. GAUTIER, I. WINKLBAUER