Neustart im Naturbad

von Redaktion

Georgenschwaige in Schwabing endlich wieder geöffnet

Bei der Eröffnung mit dabei: die Leiterin der städtischen Bäder Nicole Gargitter (li.), SWM-Personalgeschäftsführerin Gabriele Jahn sowie der Wirtschaftsreferent Christian Scharpf.

Eine spezielle Wärmepumpe sorgt für die Wassertemperatur von 22 Grad.

Ein Naturbadjuwel, auch in Sachen Effizienz und Klimaschutz: Unser Reporter Dario Weber testete das Schwimmbecken in der Georgenschwaige. © Yannick Thedens (3)

Pünktlich zur Badesaison ist es so weit: Das Schwimmbad Georgenschwaige im Norden Schwabings feierte gestern – nach zwei Jahren Sanierung – die Neueröffnung. Die große Besonderheit: Mit den Renovierungen haben die Münchner Stadtwerke es zu einem Naturbad umgebaut, ganz ohne Chlor. „Ein Naturbadjuwel, das in Sachen Effizienz und Klimaschutz als Vorbild dienen wird für weitere Sanierungen und Modernisierungen.“ Das war die Ansage des städtischen Wirtschaftsreferenten, Christian Scharpf (SPD). Nach dem Naturbad Maria Einsiedel ist es das zweite Schwimmbad seiner Art, das Wasserratten anlocken soll.

Dank der Photovoltaikanlagen auf den Dächern kann das Bad CO₂-neutral betrieben werden. Auch architektonisch macht es einiges her: schlicht und modern, mit viel Holz, Glas und türkisblauen Tönen. Drei Becken laden die Gäste zum Schwimmen und Planschen ein: ein großes Schwimmerbecken mit barrierefreiem Zugang, ein weiteres Nichtschwimmerbecken mit feinem Sand im Wasser für das sommerliche Strandgefühl, und für die Zwergerl gibt es nun ein neues Planschbecken mit Wasserfontänen und einer putzigen Mini-Rutsche. Für die Größeren gibt es noch eine separate wellenförmige Breitwasserrutsche im hinteren Teil des Bads.

Abseits der Becken ist übrigens ein 1000 Quadratmeter großes Feld zu sehen, das die Einzigartigkeit des neuen Naturbads ausmacht: Bambus sprießt hier in regelmäßigen Abständen aus dem Boden, umgeben von Sand und Kiesschichten. Hier wird das Badewasser zur Reinigung und Filtrierung eingeleitet. „Eines der ersten Bäder in Deutschland mit so einer Filtertechnologie“, erklärt Projektleiter Alexander Steger (65).

Mit einem sogenannten Geomatrix-Bodenfilter beseitigen Mikroorganismen schädliche Keime und Bakterien. Ganz ohne chemische Mittel wird das Wasser dann in Trinkwasserqualität zurück in die Becken gepumpt. Steger versichert: „Das Wasser hat die gleiche Sauberkeit und Qualität wie gechlortes Wasser in konventionellen Bädern.“

Derweil hat Astrid W. (56) als eine der ersten Besucherinnen im großen Schwimmbecken angefangen, ihre Bahnen zu ziehen. Ihr erstes Fazit: „Erfrischend, aber schön.“ Sie wohnt nur fünf Minuten mit dem Radl vom Schwimmbad entfernt und freut sich sehr, dass die Becken jetzt endlich wieder offen sind. Früher ist sie hier öfter mit ihren Kindern hergekommen. Ob sich das Bad seit der Renovierung arg verändert hat? „So viel anders als damals sieht das Bad nicht aus. Aber die Rutsche ist neu“, freut sich Astrid bei einer Schwimm-Pause. Dabei zeigt sie auf die Algen am Boden des Beckens. „Und es ist schon ganz schön grün.“ Aber: Das gehört zu einem Naturbad halt dazu.

Der Eintritt kostet wie auch in allen anderen Freibädern der Stadtwerke 6,30 Euro und 4 Euro ermäßigt. Kinder bis 12 Jahre kommen kostenlos rein. Das Bad ist von Montag bis Donnerstag ab 10 Uhr offen und Freitag bis Sonntag ab 9 Uhr. Bei schönem Wetter schließt es um 20 Uhr, sonst um 19 Uhr. Die Wassertemperatur? Die liegt konstant bei 22 Grad.
DARIO WEBER

Artikel 5 von 6