Die Wahrheit über die Wiesn

von Redaktion

Wo die Gäste herkommen und wie viel sie ausgeben

Die ganz überwiegende Mehrheit der Oktoberfest-Besucher kommt aus München und dem Umland. © Fotos: Achim Schmidt

Der Countdown läuft. Noch genau 106 Tage, 20 Stunden, 33 Minuten und 31 Sekunden dauert‘s (Stand: Drucklegung dieses Artikels), bis der OB anzapft und damit das Oktoberfest 2025 eröffnet. Auf diesen Tag, den 20. September, fiebern sie alle hin: die Wiesn-Wirte, der neue Festchef Christian Scharpf (SPD) und Millionen Gäste aus München, Bayern und der ganzen Welt. Was diese Gäste angeht, gibt’s viele spannende neue Zahlen. Scharpf sowie die Wirte-Sprecher Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel erklären zum Beispiel sehr detailliert, wo die Wiesn-Besucher herkommen und wie viel Geld sie in der Stadt lassen. So zeigt sich auch sehr genau, dass die Wiesn riesige Wirtschaftsmacht hat. Die Details:

■ Von wie vielen Gästen reden wir?

Normalerweise kommen pro Jahr gut 6,5 bis 7,2 Millionen Gäste auf die Wiesn. Wer an mehreren Tagen aufs Fest geht (was vor allem viele Münchner gern tun), wird auch mehrfach gezählt.

■ Woher kommen die Gäste?

Die Grafik unten zeigt, wie ein typischer Wiesn-Tisch besetzt ist. Da sitzen auf den zehn Plätzen (im Durchschnitt) vier Münchner, drei Leute aus dem näheren Umland, einer aus dem weiter entfernteren Bayern, einer aus einem anderen deutschen Bundesland, Österreich oder der Schweiz – und ein Gast aus dem nicht deutschsprachigen Ausland. Inselkammer: „Das zeigt, dass die Wiesn nach wie vor ein bayerisches Fest ist. Und das ist schön.“

■ Woher wissen wir das?

Die Herkunft der Gäste kennt man aufgrund ihrer Handydaten. Die werden anonymisiert erfasst. Wer auf der Wiesn unterwegs ist, wird über die zugehörige Funkzelle registriert.

■ Wie viel Geld geben die Leute aus?

Im Durchschnitt 90 Euro pro Person und Wiesn-Besuch allein auf dem Festgelände. Dieser alte Wert stammt aus Umfragen, dürfte aber heuer steigen. Schottenhamel, ein schneller Kopfrechner, legt die drei Prozent Bierpreis-Erhöhung fix um: „Das ergäbe dann 92,70 Euro.“

■ Wie profitiert die Stadt sonst noch?

Gäste, die nicht direkt aus der Stadt kommen, geben auch abseits der Wiesn Geld aus, etwa in Hotels, Restaurants und beim Shoppen. Geschätzt kommt dabei sogar mehr Umsatz raus als auf dem Festgelände selber.

■ Um wie viel Geld geht‘s?

Die Ausgaben der Gäste auf und neben dem Festgelände summierten sich im vergangenen Jahr auf rund 1,48 Milliarden Euro.

■ Wer geht wann auf die Wiesn?

Internationale Gäste bevorzugen die erste Woche und den ersten Samstag. Die Münchner gehen lieber am mittleren Sonntag, in der zweiten Woche und am Final-Wochenende auf ihr Oktoberfest.

■ Was ist sonst noch wichtig?

Auch Konzerte, Sportereignisse und Messen locken viele Touristen in die Stadt. Das sorgt dafür, dass die Hotelzimmer über weite Strecken des Jahres gut ausgelastet sind (siehe Grafik oben).
ULI HEICHELE

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