Moderne, helle Bürowelten: Die Gebäude zeichnen große Glasfronten aus.
Kernsanierung: Die Abrissarbeiten in den ehemaligen Bankgebäuden und im Hotel laufen. © Jens Hartmann (2)
Voller Ideen: Andreas Rauch (l.) und Christian Meister.
Der Eisbach soll künftig eine Promenade erhalten.
Ein Mix aus Altbestand und Neubauten soll den Tucherpark künftig charakterisieren. Auf alle Fälle wird es ein Quartier im Grünen. © Visulaisierungen: Commerz Real/Hines (3)
München kann sich auf etwas freuen – und das schon in naher Zukunft: In den nächsten fünf Jahren erhält der in die Jahre gekommene Tucherpark am Englischen Garten eine Frischzellen-Kur der Extraklasse. Nicht nur das Hilton soll sich in dieser Zeit zu einem der schönsten Hotels Europas mausern. Auch die umliegenden grauen Gebäude, die einst der Bayerischen Vereinsbank gehörten, werden fit für die Zukunft gemacht. Die Commerz Real und Hines Immobilien planen ein lebendiges Stadtviertel. Und nehmen dafür riesige Summen in die Hand.
500 Millionen Euro sind laut der Commerz Real für den Umbau und Neubau diverser Gebäude eingeplant. 1,1 Milliarden Euro sollen laut SZ im Jahr 2019 für den Deal mit der Hypovereinsbank, der der Tucherpark zuletzt gehört hat, geflossen sein. Die Bank ist im Dezember 2024 ausgezogen, zur gleichen Zeit wurde das geschichtsträchtige Hilton-Hotel geräumt – in dem Bands wie Queen oder die Rolling Stones gern abgestiegen sind. „Jetzt haben wir Leerstand“, erklärt Andreas Rauch. Er ist bei Commerz Real weltweit für die Themen Entwicklung und Bau verantwortlich. Es geht um 130 000 Quadratmeter. Entsprechend drängt die Zeit, wieder Leben ins 22,5 Hektar große Quartier zu bringen.
Noch steht der finale Plan nicht: Bei drei von zehn Gebäuden sind die Abbrucharbeiten aber schon voll in Gange. In der ersten Bauphase sollen, wie Christian Meister, Geschäftsführer bei Hines, erklärt, die Büros entlang der Ifflandstraße modernisiert werden. Im zweiten Schritt entsteht neuer Wohnraum. „Insgesamt sind 600 Wohneinheiten eingeplant“, sagt Meister. Die Bandbreite wird vom Eigentum bis zur geförderten Wohnung gehen. „Wir planen ein Viertel für alle.“ Kitas, ein Supermarkt, ein Ärztehaus und Sportmöglichkeiten gehören zum neuen Tucherpark. An dessen Rand sind schon jetzt erste Paddletennis-Plätze entstanden.
Zum Ideenpaket für das Quartier gehört es auch, den Eisbach, der sich durch das rund einen Kilometer lange Areal schlängelt, mit schönen Promenaden zugänglicher zu machen. Autonomes Fahren im Viertel ist eine weitere Vision.
Auch denkbar: eine dritte Eisbachwelle direkt vor dem Hotel, das mit großen Glasfronten offener wird. Absolutes Highlight ist die 50 Meter hohe Dachterrasse, die sich die Projektplaner gemeinsam mit Hilton vorstellen. 2029 soll das Hotel als Herzstück des neuen Tucherparks wieder öffnen.NADJA HOFFMANN