Gwiss is, dass nix gwiss is. Manchmal ist diese Aussage positiv gemeint, in diesem Falle aber negativ. Es könnte nämlich sein, dass es „Mini-München“ nächstes Jahr nicht mehr gibt. Sie wissen schon, diese Spielstadt für Kinder im Rahmen des kostenlosen Ferienprogramms der Stadt München. Ein Spiel, bei dem es darum geht, eine Stadtgesellschaft authentisch nachzuspielen und so das Demokratieverständnis zu fördern. Und das nun schon seit 50 Jahren. Spielend so etwas Komplexes zu lernen, sollte eigentlich auf dem Lehrplan stehen, oder zumindest jährlich stattfinden. Die Kosten für die Durchführung des Projekts sind laut Sozialreferat im Haushalt „noch nicht gesichert“. Für mich darf das gar keine Frage sein. Kinder müssen in den Ferien doch irgendwo gut aufgehoben sein. Es wäre ein Leichtes, ihnen in der Früh ein Frühstück hinzustellen, das Mittagessen von einem Lieferdienst kommen zu lassen, Fernseher an, beziehungsweise Handy in die Hände und zu sagen: „Wir sind zum Abendessen wieder daheim. Du kannst dich doch selbst beschäftigen. Oder geh raus, da triffst du bestimmt andere ‚Gestrandete‘, deren Eltern leider auch arbeiten müssen, weil wir uns sonst diese Wohnung und somit München gar nicht mehr leisten können.“
Jetzt höre ich schon wieder einige sagen: „Da malt sie den Teufel aber an die Wand.“ Das wäre doch auch eine schöne Beschäftigung, wenn es irgendwo Wände gäbe, die Kinder mit Erlaubnis bemalen dürften. Aber auch das ginge nur, wenn man einen festen Standort hätte. Davon ist man allerdings weit entfernt. Im letzten Jahr haben da 33 000 junge Münchner im Mini-München „mitgespielt“. Also das Interesse ist groß und könnte noch größer werden. Wenn man sich mal die Mühe macht – ich hab sie mir gerne gemacht – und ausrechnet, wie viele Ferientage Schulkinder im nächsten Jahr mehr oder weniger genießen dürfen: Das sind 65 (!) Tage. Und da sind weitere „Ausfälle“, wie zum Beispiel Lehrerkonferenzen und sonstige notwendige Schulschließungen noch nicht miteingerechnet und schon gar nicht geplant. Wie soll das ein Elternpaar, oder eine Solo-Mutter oder ein Solo-Vater bewerkstelligen? Wie wichtig dann eben so ein Ferienprogramm ist, ist vielleicht größtenteils nur für großelternlose Eltern schulpflichtiger Kinder nachvollziehbar.
Gibt es in München nicht unzählige leer stehende geeignete Gebäude? Was ist denn mit dem Gasteig? Auf der Website ist zu lesen: „Derzeit in Zwischennutzung.“ Da wüsste ich aber eine dauerhafte. Was ist mit Schulen, die in den Ferien sowieso leer stehen? Vielleicht wollen aber Schüler in den Ferien nicht auch noch in ein Schulgebäude. Es muss der Stadt, den Referaten und deren Referenten, oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, ein unbedingtes Anliegen sein, dass Kinder in den Ferien nicht sich selbst überlassen sind.
Vielleicht findet sich sogar ein Münchner Unternehmen, welches dafür Mittel und Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und somit schon jetzt Mitarbeitertalente entdeckt und fördert.